{"id":989,"date":"2010-03-04T12:02:24","date_gmt":"2010-03-04T11:02:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=989"},"modified":"2010-03-09T08:36:49","modified_gmt":"2010-03-09T07:36:49","slug":"ciudad-perdida-%e2%80%93-6-tage-im-kolumbianischen-dschungel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=989","title":{"rendered":"Ciudad Perdida \u2013 6 Tage im kolumbianischen Dschungel"},"content":{"rendered":"<p>Die &#8222;Verlorene Stadt\u201c (1) der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tairona\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Tairona<\/span><\/a><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">-Indianer im kolumbianischen Dschungel aufzusp\u00fcren, versprach ein Abenteuer der Extraklasse zu werden. Die pr\u00e4kolumbische Siedlung <\/span>gilt nach dem Machu Picchu <span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">als die gr\u00f6\u00dfte auf dem amerikanischen Kontinent. Durch die Spanier zerst\u00f6rt, stie\u00dfen erst 1975 wieder Grabr\u00e4uber auf die historischen Bauten (2). <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><br \/>\nUm ins Zentrum der urbanen Kultur zu gelangen, war ein 3-Tagesmarsch zu bew\u00e4ltigen. Kein Problem, dachte ich mir&#8230; doch obwohl ich nach 5 Tagen H\u00e4ngematten fit und ausgeruht war, \u00fcberdauerte meine getankte Energie nicht mal die erste halbe Stunde der Exkursion. V\u00f6llig ersch\u00f6pft und bereits von der Hitze erschlagen, lag ich r\u00fcckw\u00e4rts auf dem Boden &#8211; und wollte kapitulieren. 6 Tage bergauf und bergab bei mindestens 35 Grad im Schatten&#8230; warum tat ich mir so etwas an? Ich wu\u00dfte es nicht mehr und leider war es f\u00fcr solche rhetorischen Floskeln auch zu sp\u00e4t. Meinen Mitstreitern erging es \u00e4hnlich. Und so galt es f\u00fcr uns alle die Z\u00e4hne zusammen zu bei\u00dfen. Merkw\u00fcrdiger Weise wurde es mit jedem Meter den wir weiter in den Dschungel vordrangen k\u00fchler. Zudem entlohnten uns fantastische Ausblicke auf eine gigantische Berglandschaft. Immer wieder durchwateten wir Fl\u00fcsse. Oft nahmen wir in den <\/span>kristallklaren<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Gew\u00e4ssern auch ein erfrischendes Bad. Wie gew\u00f6hnlich auf solchen Touren, schwei\u00dfte das gemeinsame Abenteuer die Gruppe zusammen. Mit Lian und Peggy aus England, Daniel und Linda aus Norwegen sowie Erin aus Kanada umgab mich ein lustiges und gespr\u00e4chiges Expeditionsteam. Besonders Erin hatte mir viel zu erz\u00e4hlen. Das smarte Girl hatte sich mutig und ehrgeizig kosmopolitische Freiheiten erk\u00e4mpft. Seit 4 Jahren unterrichtet sie in S\u00fcdkorea englisch \u2013 dazwischen tingelt sie von ihrem gesunden Einkommen um die Welt. Nach zwei Tagen des Wanderns, vorbei an versteckten Marihuana- und Kokafeldern, hatte uns der Regenwald so ziemlich verschluckt. Dennoch kamen wir ab und zu an kleinen Kogi-Siedlungen vorbei. Die Kogi tragen einen meist wei\u00dfen (wenn schmutzig dann grauen) Umhang. Ihre langen, schwarzen Haare haben sie zu einem Zopf gebunden. M\u00e4dchen und Frauen ziert ein bunter Halsschmuck. Kurios wirken vor allem die oft zu gro\u00dfen Gummistiefel. Die Kogi gelten als direkte Nachfahren der Tairona. Und Touristen m\u00f6gen sie ganz offensichtlich gar nicht. Im Vorbeigehen waren wir keines Blickes oder Gru\u00dfes w\u00fcrdig (3). F\u00fcr die Einheimischen stehen wir wohl in enger Verbindung zur Regierung. Und die untersagt den gewinnbringenden Anbau von Kokapflanzen. Unter der FARC sah das vor ein paar Jahren wohl noch ganz anders aus. Bis 2003 hatte diese das Gebiet noch unter Kontrolle. Touristenbesuche mussten damals noch angek\u00fcndigt werden &#8211; und auch ein Gro\u00dfteil der Ticketerl\u00f6se floss noch in ihre H\u00e4nde. Die Vormacht der FARC ist wohl gebannt, doch f\u00fcr die Kogi ist das Leben h\u00e4rter geworden. So einfach wie ihre mit Palmenbl\u00e4ttern bedeckten  Behausungen waren auch unsere Unterk\u00fcnfte. Absurderweise ist f\u00fcr uns Touristen gerade der totale Entzug jeglicher zivilisatorischer Annehmlichkeiten das Sch\u00f6ne an einem solchen Ausflug. Die N\u00e4chte waren wieder einmal sehr ger\u00e4uschvoll und auf ihre Weise f\u00fcr mich spektakul\u00e4r. Vorbei an meterlangen roten Schlangen, bunten Riesenk\u00e4fern, ellenlangen Tausendf\u00fc\u00dflern, Monsterspinnen, Monsterkr\u00f6ten, blauk\u00f6pfigen Krabben und zahllosen bunten Geckos und Schmetterlingen erreichten wir am vierten Tag die Ciudad Perida. Auf schmalen, von Lianen \u00fcberhangenen Treppen erklommen wir Terrasse f\u00fcr Terrasse die plattformartige Anlage. Im Gegensatz zum bev\u00f6lkerten Machu Picchu waren wir hier nur eine einzige Reisegruppe. Vollkommene Wildnis schloss uns ein. Und in einem Land wie Kolumbien, in dem man die St\u00e4dte besser nicht verl\u00e4sst, war dies ein atemberaubendes Erlebnis. <\/span><\/p>\n<p><a title=\"CiudadPerdida von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4416128621\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2565\/4416128621_3e6dd19846.jpg\" alt=\"CiudadPerdida\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Trotz aller Entbehrungen und Anstrengungen, oder auch gerade wegen dieser, hatte sich der Ausflug mehr als gelohnt. Der 2-t\u00e4gige R\u00fcckmarsch verging dann leider wie im Flug. Gut geschafft erreichten wir wieder Taganga. Und unverz\u00fcglich packte mich der Wunsch: Ein H\u00e4ngematteleben sollte nie zu Ende gehen!<\/span><\/p>\n<p>(1) \u201eCiudad Perdida\u201c, w\u00f6rtlich \u201eDie verlorene Stadt\u201c<br \/>\n(2) &#8230;was diese damals wohl sehr erfreut haben muss, denn die Tairona sind ber\u00fchmt f\u00fcr ihre besonders \u00e4sthetischen Goldarbeiten. Gold galt bei ihnen als Fruchtbarkeitssymbol. Auf dessen Tr\u00e4ger, so der Glaube, geht die Kraft der Sonne \u00fcber.<br \/>\n(3) Spanisch sprechen die Kogi nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;Verlorene Stadt\u201c (1) der Tairona-Indianer im kolumbianischen Dschungel aufzusp\u00fcren, versprach ein Abenteuer der Extraklasse zu werden. Die pr\u00e4kolumbische Siedlung gilt nach dem Machu Picchu als die gr\u00f6\u00dfte auf dem amerikanischen Kontinent. Durch die Spanier zerst\u00f6rt, stie\u00dfen erst 1975 wieder Grabr\u00e4uber auf die historischen Bauten (2). 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