{"id":924,"date":"2010-02-15T12:50:54","date_gmt":"2010-02-15T11:50:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=924"},"modified":"2010-02-18T07:31:19","modified_gmt":"2010-02-18T06:31:19","slug":"barranqilla-karneval-auf-kolumbianisch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=924","title":{"rendered":"Barranquilla &#8211; Karneval auf Kolumbianisch"},"content":{"rendered":"<p>Anstatt Schlager spielt man <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vallenato\" target=\"_blank\">Vallenato<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cumbia\" target=\"_blank\">Cumbia-Rythmen<\/a>, statt Konfetti und Papierschlangen in die Luft zu blasen, beschmiert man sich mit Mehl und Rasierschaum. Wenn auch auf ganz eigene Art, feiert man Karneval eben auch in Kolumbien. Als Hochburg der Narren ist die K\u00fcstenstadt Barranquilla ber\u00fcchtigt. Klar, dass ich mir die karibische Fiesta nicht entgehen lassen durfte. Auch klar, das ein solches heimisches Gelage Gaunervolk anzieht. Doch wie schon so oft auf meiner Reise, war ein Schutzengel zur Stelle. In Barranquilla nannte er sich Andr\u00e9s. Und nett wie er war, gesellte er sich bereits in Medellin zu mir. Kaum hatte ich in meinem Anschlussbus Platz genommen, gr\u00fc\u00dfte es auch schon von rechts neben mir: &#8222;\u00a1Hola!! Wer bist Du denn? Aha! Du f\u00e4hrst wohl auch zum Karneval?! Auch alleine?! So so! Das ist ja prima! \u00a1Me tambi\u00e9n!&#8220;. Nun, gegen kolumbianische Gesellschaft habe ich nie etwas einzuwenden und Andr\u00e9s war mir vom ersten Moment an sympathisch. Nachdem die ersten grundlegenden Fragen gekl\u00e4rt waren, begann er sich auch schon f\u00fcr deutsche Musik zu begeistern. \u00dcber sein Interesse erfreut \u00fcberlie\u00df ich ihm f\u00fcr die Nacht meinen Ipod. Daf\u00fcr bedankte er sich gleich vier Mal , in dem er mich weckte, um mir immer wieder zu erkl\u00e4ren, wie grandios auch er mein Lieblingsset von Paul Kalkbrenner f\u00e4nde&#8230; Nun, sp\u00e4testens beim vierten Mal stand fest, dass wir die kommenden Tage zusammen verbringen w\u00fcrden. Meine n\u00e4chtliche Geduld zahlte sich auch schon am Morgen aus. Wie erwartet, war es in Barranquilla zur Karnevalszeit schwer, ein g\u00fcnstiges Zimmer zu bekommen&#8230; au\u00dfer man besa\u00df den Charme und die Hartn\u00e4ckigkeit Andr\u00e9&#8217;s. In Windeseile hatte er die gesamte Taxiflotte vor dem Busterminal abgegrast&#8230; Nicht das es ihm dabei prim\u00e4r um eine schnelle, frische Dusche gegangen w\u00e4re \u2013 oh nein! Andr\u00e8s hatte es nur eilig zur ersten Parade des Karnevals zu gelangen! Auf keinen Fall wollte er auch nur eine Sekunde verpassen. Bereits im Bus war mir aufgefallen, wie seine Augen beim Wort \u201eKarneval\u201c geleuchtet hatten. Jetzt waren wir endlich vor Ort. Knappe zwei Minuten brauchte er zum Duschen und Sachen wechseln und schon stand er in der T\u00fcr: \u201e\u00bfVamos?\u201c. \u201e\u00a1Vamos!\u201c, gab ich zur\u00fcck und los ging es.<\/p>\n<p><object type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"500\" height=\"375\" data=\"http:\/\/www.flickr.com\/apps\/video\/stewart.swf?v=71377\" classid=\"clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000\"><param name=\"flashvars\" value=\"intl_lang=de-de&#038;photo_secret=04aa1308cd&#038;photo_id=4366644519\"><\/param><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.flickr.com\/apps\/video\/stewart.swf?v=71377\"><\/param><param name=\"bgcolor\" value=\"#000000\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" src=\"http:\/\/www.flickr.com\/apps\/video\/stewart.swf?v=71377\" bgcolor=\"#000000\" allowfullscreen=\"true\" flashvars=\"intl_lang=de-de&#038;photo_secret=04aa1308cd&#038;photo_id=4366644519\" height=\"375\" width=\"500\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">F\u00fcr den ersten Tag stand die \u201eBatalla de Flores\u201c, die \u201eSchlacht der Blumen\u201c auf dem Programm. Festwagen und ein Heer an T\u00e4nzern, verkleidet und geschm\u00fcckt mit den Trieben eines k\u00f6niglichen Gartens rollten bzw. marschierten die Feststra\u00dfe entlang. Am zweiten Tag erwartete uns die \u201eGran Parada de Tradici\u00f2n\u201c und am Dritten die \u201eGran Parada de Fantasi\u00e0\u201c &#8211; ein Farbenmeer aus Stoffen und Make-Up, phantasievolle Kreaturen, wie  ich sie in solcher F\u00fclle zuvor noch nie zu Gesicht bekommen habe. Dazwischen triumphierten r\u00fcsselhafte Figuren, welche man liebevoll <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Patasola\" target=\"_blank\">Marimonda<\/a> rief. Auch waren 3 Michael Jackson, 2 Hugo Ch\u00e1vez, 2 Fidel Castro, die FARC und das A-Team anwesend&#8230; J Jedoch unter allen Wesen das Sch\u00f6nste war die \u201eReina de Reinas\u201c, die K\u00f6nigin der K\u00f6niginnen; ihren Mann, Rey Momo, bekam ich leider nicht zu sehen. <\/span><\/p>\n<p><a title=\"IMG_4072 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4365144968\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4018\/4365144968_1fd072a52f.jpg\" alt=\"IMG_4072\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Die Menge jubelte, tanzte und sang auf den Trib\u00fcnen. Alle paar Momente bespr\u00fchte man sich mit Rasierschaum oder best\u00e4ubte sich mit Mehl. Die Kolumbianer lieben ihren Karneval. Dabei ist es hier so hei\u00df, dass einem das Bier im Nu in den Kopf steigt, um augenblicklich wieder als Schwei\u00df von der Stirn zu tropfen. Zumindest am Tag. In der Nacht trinkt und tanzt es sich wesentlich angenehmer. Und gerade zum Karneval kostet man das hier aus. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Stra\u00dfenkreuzungen von dreik\u00f6pfigen Ensembles (ausger\u00fcstet mit Akkordeon oder Fl\u00f6te, Trommel und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%BCira\" target=\"_blank\">G\u00fcira<\/a>) beschallt. Bis zum Morgengrauen tanzten die Menschen, sangen und lachten, als ginge die Welt in wenigen Stunden unter. Und f\u00fcr mich w\u00e4re sie das auch fast. Nach drei Tagen war ich so geschafft, dass ich nicht mal den kleinen Finger h\u00e4tte mehr heben k\u00f6nnen. Selbst das Schlucken von Wasser fiel mir schwer. Andr\u00e9s ging es \u00e4hnlich. Uns war, als h\u00e4tten wir mit jedem M\u00e4dchen der Stadt zumindest einmal das Tanzbein geschwungen &#8211; zumindest jeder mit jedem zweiten M\u00e4dchen einmal. Pausenlos wurden wir zum Tanz aufgefordert. Waren wir den Armen \u2013 in SA tanzt man eng umschlungen, H\u00fcfte an H\u00fcfte, Schenkel an Schenkel \u2013 der einen entkommen, stand auch schon die n\u00e4chste Dame fordernd vor uns. Und als wir auch noch beide einen Tanz mit der Travestie-K\u00f6nigin des Karnevals k\u00f6niglich gemeistert hatten, wussten wir, die Zeit zu Verschwinden war gekommen&#8230; dieser H\u00f6hepunkt lies sich nicht mehr toppen &#8211; und unsere Batterien sich nicht in wenigen Stunden wieder laden. Wenn auch v\u00f6llig kaputt, checkten wir mit lachenden Herzen und strahlenden Gesichtern aus und verlie\u00dfen die Stadt. Vergangen waren drei Tage, die wir wohl beide nie vergessen werden.<\/span><\/p>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">PS: Von der Aftershow gibt\u2019s leider keine Fotos. Bei solchen Gelagen lasse ich meine Kamera grunds\u00e4tzlich im Hotel&#8230; <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Im Allgemeinen beschert mir meine Kamera oft graue Haare. F\u00fcr Aufnahmen wie diesmal, beim Fasching, ist sie einfach nicht schnell genug. Die meisten meiner Aufnahmen sind leider verwackelt&#8230;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anstatt Schlager spielt man Vallenato und Cumbia-Rythmen, statt Konfetti und Papierschlangen in die Luft zu blasen, beschmiert man sich mit Mehl und Rasierschaum. Wenn auch auf ganz eigene Art, feiert man Karneval eben auch in Kolumbien. Als Hochburg der Narren ist die K\u00fcstenstadt Barranquilla ber\u00fcchtigt. 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