{"id":744,"date":"2010-01-12T03:48:26","date_gmt":"2010-01-12T02:48:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=744"},"modified":"2010-03-09T19:21:13","modified_gmt":"2010-03-09T18:21:13","slug":"expedition-ins-reich-der-kaimane","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=744","title":{"rendered":"Expedition ins Reich der Kaimane"},"content":{"rendered":"<p>Sie sind die perfekten Killermaschinen. \u00c4lter, als alle anderen Lebewesen dieser Erde, hatten sie es nie n\u00f6tig, sich weiter zu entwickeln. An schattigen Flussufern harren sie geduldig stundenlang aus, verschwenden kein Kalorien, bis sie ein lohnenswertes, schmackhaftes Opfer ersp\u00e4hen. Dann setzen sie sich blitzartig in Bewegung, schie\u00dfen pfeilschnell durchs Wasser, packen mit ihren langen Rei\u00dfz\u00e4hnen zu und zerren ihr Objekt der Begierde in die dunkle Tiefe des Flusses hinab &#8211; bis es ertrinkt. Doch Frischfleisch schmeckt den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaimane\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">Kaimanen<\/span><\/a> nicht. Auf einem Stein oder einer Baumwurzel lassen sie ihre Beute ein paar Tage saften, bis sie vom Wasser aufgeschwemmt ist. Erst dann wird sie verspeist.<\/p>\n<p><a title=\"kaiman2 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280327459\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4024\/4280327459_9c9b73c17b.jpg\" alt=\"kaiman2\" width=\"500\" height=\"264\" \/><\/a><\/p>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } --><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das Amazonasbecken, ein flu\u00dfreiches Tiefland, \u00fcberzogen von dichtem Regenwald aber auch gepr\u00e4gt von weitl\u00e4ufigen S\u00fcmpfen, feuchten Savannen und Buschland, bietet den Kaimanen einen idealen Lebensraum. Eine Expedition in ihr Reich, war ein \u201eMuss\u201c auf unserer (1) \u201eTo-Do-Liste\u201c.<br \/>\nUm von La Paz, unserem Ausgangspunkt, ins Land der Kaimane zu gelangen, hatten wir uns einen abenteuerlichen Plan zurecht gelegt: La Paz, Boliviens gr\u00f6\u00dfte Stadt, liegt auf dem Altiplano, einer von zwei riesigen Andenketten eingeschlossenen Hochebene. Zuerst galt es also die n\u00f6rdliche Cordillera (4700 m) zu \u00fcberwinden, um dann durch die Yungas, eine \u00dcbergangszone, ins feuchte Tiefland zu gelangen. Diesen Abschnitt wollten wir mit Fahrr\u00e4dern zur\u00fccklegen. Auf der R\u00fcckseite der Anden erwartete uns dichter Regenwald, welchen wir mit einem Boot auf dem River Beni durchqueren wollten. Von der kleinen Stadt Rurrenabaque aus, sollte uns ein weiteres Boot in die Pampas des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalpark_Madidi\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">Madidi-Nationalparks<\/span><\/a>, und damit ins Land der Kaimane bringen. In Rurrenabaque gibt es einen Flughafen, von welchem wir uns einen R\u00fcckflug nach La Paz versprachen. Soweit der Plan. Fahrr\u00e4der, Boote, Guides, Unterkunft im Sumpfland und Flugtickets waren einfach in La Paz zu buchen. Das Unterfangen schien perfekt geplant und so verlie\u00dfen wir den bolivianischen Regierungssitz am 5. Januar frohen Mutes und voller Erwartungen auf das, was da auf uns zukommen mochte.<br \/>\nEin Minibus brachte uns, und einige andere Down-Hill-Versessene, auf den h\u00f6chsten Punkt der n\u00f6rdlichen Cordillera und das erste Abenteuer der Expedition nahm seinen Lauf. Inmitten einer gewaltigen Landschaft st\u00fcrzt sich die von Wasserf\u00e4llen \u00fcberflutete, so genannte \u201e<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yungas-Stra%C3%9Fe\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">Death Road<\/span><\/a>\u201c \u00fcber 45 km in die Tiefe und \u00fcberwindet dabei einen H\u00f6henunterschied von 3500 m. F\u00fcr viele ist sie die gef\u00e4hrlichste Stra\u00dfe der Welt, nicht zuletzt, weil es hier die meisten t\u00f6dlichen Unf\u00e4lle pro Jahr gibt (durchschnittlich sind es \u00fcber 100). Die Stra\u00dfe selbst ist \u00e4u\u00dferst schmal, schlammig, rutschig und von tiefen Spurrillen durchzogen. Doch wirklich gef\u00e4hrlich wird sie erst durch die Fahrer, die auf ihr unterwegs sind: Freizeitkrieger, Macho-Busfahrer und unerfahrene Touristen. Doch wir gaben acht, genossen eine \u00fcberw\u00e4ltigende Aussicht auf die Yungas und das flie\u00dfende Adrenalin. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><a title=\"P1016289 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4248865075\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4055\/4248865075_7775c675c5.jpg\" alt=\"P1016289\" width=\"375\" height=\"500\" \/><\/a><\/p>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> <\/span><\/p>\n<p>Nach unserer Ankunft im Tal erfrischten wir uns in dem hellblauen Pool eines nahe liegenden Hostels. Die Nacht verbrachten wir in Coroico, einem malerisch sch\u00f6nen \u00d6rtchen, dass sich an die H\u00e4nge des Cerro Uchumachi schmiegt. Auf dem Marktplatz des bunten D\u00f6rfchens versammelten sich gen Abend dutzende Einwohner, darunter auch viele Kinder. Man tratschte, a\u00df und spielte. Und obwohl es offensichtlich ein ganz normaler Abend eines Wochentages war, hatten wir den Eindruck man hielt Fiesta. Es war wunderbar.<br \/>\nDer n\u00e4chste Morgen begann mit einem leichten Schock. Eine Gruppe partygeiler Australier hatte offensichtlich das gleiche Boot gebucht, wie Nicola und ich. Angef\u00fchrt wurde die Bande von einer G\u00f6re namens Loren, deren zentralen Reiseutensilien aus Kokain und Schlaftabletten bestanden. Um sich gescharrt hatte sie sechs halbnackte Busch-Boys, die ihre M\u00e4nnlichkeit durch kontinuierlichen Bier- und Haschkonsum zu beweisen suchten. Die Halbstarken wiederum wurden von einem belgischen Zicklein, dass sich Hannah nannte, verfolgt. Ihrer Intelligenz suchte sie durch Spr\u00fcche wie \u201eFahren wir in den Dschungel? Ist es da warm? Gibt es da etwa M\u00fccken?\u201c Ausdruck zu verleihen. Zur Belustigung trug sie lediglich bei, als sie rief:\u201cIeh! Eine Spinne!\u201c. Und zu diesem Zeitpunkt hatte sie die anderen hundert Exemplare noch nicht gesehen, die sie umkreisten. Auch ihre deutsche Zofe \u00fcberraschte hin und wieder mit Bemerkungen wie: \u201eVon Bolivien bin ich irgendwie entt\u00e4uscht. Die Menschen hier sind gar nicht so arm, wie ich dachte. In Laos und Kambodscha hat es mir wirklich besser gefallen.\u201c. Nun, drei Tage waren wir mit diesem Volk auf einem Boot gefangen. Zum Teil f\u00fchlte es sich an, wie in einem K\u00e4fig voller Affen. Zu keiner Zeit gaben sie Ruhe, den Dschungel w\u00fcrdigten sie mit keinem Blick. \u201eWe just got a jackpot.\u201c, fasste mein franz\u00f6sischer Freund Nicola es trocken zusammen. Zumindest seine seine Kommentare brachten mich ab und zu zum Schmunzeln: \u201eI at \u00f6r\u201c (2) &#8211; in leiser Erwiderung auf Hannas Geistesblitze &#8211; kam bei mir besonders gut an.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0195-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4281140522\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4007\/4281140522_74e0cdac84.jpg\" alt=\"IMG_0195-1\" width=\"500\" height=\"375\" \/><\/a><\/p>\n<p>Von diesen ungl\u00fccklichen Umst\u00e4nden abgesehen, verlebten wir in diesen Tagen sehr erlebnisreiche und begl\u00fcckende Stunden. Allein die Bootsfahrt auf dem River Beni war \u00e4u\u00dferst eindrucksvoll und spannend. Die Ufer waren ges\u00e4umt von B\u00e4umen, B\u00fcschen und anderem gr\u00fcnen Bewuchs. Ab und zu passierten wir alte Goldminen. Die meisten von ihnen waren geschlossen. Vor 30 Jahren hatten hier etwa 50.000 Sch\u00fcrfer ihr Gl\u00fcck versucht. Heute riskieren noch einige Tausend ihr Leben, um pro Tag etwa ein halbes Gramm Goldstaub auszuwaschen. Die \u201eReicheren\u201c unter ihnen schieben einen kleinen Kahn, ausger\u00fcstet mit Pumpe und Sonnenschirm, vor sich her. Die \u201e\u00c4rmeren\u201c halten nur ein Sieb in den H\u00e4nden. Allen gemeinsam sind die t\u00f6dlichen Bedrohungen durch Stingray, Electric Eel, Piranhas und Federland Snake.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0309-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280411637\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4061\/4280411637_8fbb6cfef6.jpg\" alt=\"IMG_0309-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } -->Doch nicht nur der Fluss, sondern auch der Dschungel steckt f\u00fcr die hier Lebenden voller Gefahren. Mehrmals t\u00e4glich suchte unser Guide Ivon uns davon zu \u00fcberzeugen, wir legten an und unternahmen Wanderungen durch das tiefe Dickicht des Regenwaldes. Und w\u00e4hrend wir uns gleich am ersten Tag in einem paradiesisch sch\u00f6nen Wasserfall erfrischten, erkl\u00e4rte uns Ivon, dass in dem Gew\u00e4sser Fische &#8211; so genannte <span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Penisfisch\" target=\"_blank\"><span style=\"font-size: x-small;\">Candirus<\/span><\/a><\/span><\/span> &#8211; lebten, die Schmerzen im Unterleib verursachen k\u00f6nnten. Sie w\u00e4ren in der Lage, einem Urinstrahl entgegen zu schwimmen, um sich im Harnleiter festzubei\u00dfen. Gruselige Geschichte, doch hielt sie die Aussis nat\u00fcrlich nicht davon ab, es auszuprobieren. Inbr\u00fcnstig dr\u00fcckten Nicola und ich die Daumen&#8230; doch leider geschah nichts.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0168-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280394437\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4045\/4280394437_134a4af299.jpg\" alt=\"IMG_0168-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch \u00fcber die Flora und Fauna des Dschungels lernten wir bei diesen Ausfl\u00fcgen eine Menge. Wir sahen den Siringal (Goma Tree), aus dem Kleber gewonnen wird. Und wir erfuhren etwas \u00fcber den Bi Bossi (Bonsai Fikus), den Big Boss des Dschungells, dessen Wurzeln wie Mauern aus der Erde ragen.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0478-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280439125\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2707\/4280439125_3c477491d9.jpg\" alt=\"IMG_0478-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Verl\u00e4uft sich ein Regenwaldbewohner des Nachts, so schl\u00e4gt er mit einem harten Gegenstand gegen die Wurzeln, die ein weit schallendes Echo ausl\u00f6sen. So kann er gefunden werden. Wir bestaunten den Chonta, auch genannt \u201eWalking Tree\u201c, dessen Wurzeln mit Dornen gespickt sind und wie Beine abstehen.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0429-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4281177026\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2678\/4281177026_87098977e2.jpg\" alt=\"IMG_0429-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wird man von einem Jaguar oder einer Herde wilder Schweine \u2013 diese leben in Rudeln von bis zu 200 Exemplaren zusammen \u2013 verfolgt, kann man zwischen ihnen Schutz finden. Besonders Abstand waren sollte man vom Palo Diablo, dem Teufelsbaum. In seinem Inneren leben Feuerarmeisen, von denen 40 Bisse zum Tode f\u00fchren k\u00f6nnen. Als besonders N\u00fctzlich k\u00f6nnen sich Termitennester erweisen. Verbrennt man sie, so kann ihr Rauch helfen, Fleischwunden zu schlie\u00dfen oder auch Moskitos zu verscheuchen. Als besonders sch\u00f6n empfand ich die Bl\u00fcten des Heliconia pendula, des bolivianischen Nationalbaums. Seine rot-gelb-gr\u00fcnen Triebe kann man sich an die Nase heften, um auszusehen wie ein Papagei.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0351-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280422281\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2680\/4280422281_960ce3f8c7.jpg\" alt=\"IMG_0351-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Durch die lehrreichen Ausfl\u00fcge nahm das dichte Gr\u00fcn des Dschungel Konturen an. Ich begann die Pflanzen zu unterscheiden, wieder zu erkennen und mich auf eine gewisse Art \u201ezurechtzufinden\u201c.<\/p>\n<p>Ein Gef\u00fchl, das mich aber bereits vom ersten Schritt auf dem Boden des Regenwaldes begleitete, welches nicht wachsen musste und von kontinuierlich gleicher Intensit\u00e4t blieb, war die Empfindung tiefen Respekts, eine gewisse Art Ehrfurcht, die wir Europ\u00e4er gew\u00f6hnlich dem Meer oder gro\u00dfen Bergen entgegen bringen. In diesem Zusammenhang machte Ivon eine bemerkung, die mich aufhorchen lie\u00df: &#8222;\u201eIts nothing, compare to the dschungel.\u201c. Zu dieser Feststellung war er im letzten Jahr gekommen. Um zu sehen, wovon die Westler so schw\u00e4rmen,  hatte er die K\u00fcste Chiles besucht.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0312-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280416815\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4061\/4280416815_70f9ddf362.jpg\" alt=\"IMG_0312-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf unseren Wanderungen konnte ich sehen, wie sich Leben und Tod begegneten. Der Boden wird beherrscht von Armeen von Ameisen, verschiedenster Gr\u00f6\u00dfen und Farben, die einen bei lebendigem Leibe wegtragen. Kein Blatt, kein Strauch auf dem nicht eine Spinne, ein Schmetterling, eine Raupe oder ein anderes Insekt lauert. Die Baumwipfel sind bev\u00f6lkert von bunten V\u00f6geln. In den Lianen tummeln sich gelbe, blaue und schwarze Affen.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0955-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280489541\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4059\/4280489541_70d4c7c887.jpg\" alt=\"IMG_0955-1\" width=\"500\" height=\"283\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und mit dieser Aufz\u00e4hlung fasse ich nur das Getier zusammen, das man auf den ersten Blick zusehen bekommt. Der Dschungel ist eine gewaltige Humusmaschine. Allen Orten sprie\u00dft, gedeiht und erbl\u00fcht es, um an gleicher Stelle zu welken, zu sterben und wieder zu zergehen. Und bereits nach kurzer Zeit f\u00fchlte ich mich als Teil dieses Kreislaufes. Durch das waten durch einige tiefe Fl\u00fcsse war meine lange Hose nass geworden, ich hatte auf Kurz gewechselt und Sandm\u00fccken hatten dies als willkommene Einladung angesehen. Binnen weniger Stunden waren meine Waden \u00fcbers\u00e4t von tausenden, kleinen Bissen. Haut schien kaum noch \u00fcbrig zu sein. Immer mehr f\u00fchlte ich mich eins mit dem Dschungel und mein Verstand tr\u00e4llerte in h\u00f6chsten T\u00f6nen, dass ich dieses Gebiet schleunigst zu verlassen habe. Doch zwei weitere Tage hatte ich noch zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0160-2 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4281244890\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2708\/4281244890_9b5754828f.jpg\" alt=\"IMG_0160-2\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die N\u00e4chte schlief ich in meinem eigens mitgebrachten, kleinen Gossamer-Zelt. Komfortabler Weise l\u00e4sst sich das Dach dieses textilischen Wunderwerkes abrollen, so dass ich vor dem Einschlafen nach oben in ein pr\u00e4chtiges Himmelszelt und um mich herum in die Augen tausender, mich anstarrender Urwaldbewohner blicken konnte. Eine \u00fcberw\u00e4ltigende Ger\u00e4uschkulisse, ein Fiepen und ein Brummen, ein Summen und Pfeifen, ein Zirpen und Gurren, ein S\u00e4useln und Grummen wiegte mich in den Schlaf: eine Symphonie, die ich nie vergessen werde.<br \/>\nVor dem Schlafengehen hatte Ivon uns davor gewarnt, unsere Kleider ausserhalb des Zeltes zu lassen. Motten w\u00fcrden ihre Eier darin ablegen, aus denen sp\u00e4ter W\u00fcrmer unter unsere Haut kriechen w\u00fcrden. Zwei dieser Motten fand ich in am ersten Morgen in meinem Zelt. Seit dem untersuche ich meinen K\u00f6rper abends gr\u00fcndlich. Vor allem unter meinen F\u00fc\u00dfen juckt es betr\u00e4chtlich. Wurmartige Spuren sind aber noch nicht auszumachen.<br \/>\nNeben dem Juckreiz steigerten auch Schw\u00fcle und Hitze das Verlangen wieder vom Menschen beherrschten Boden zu betreten und so erreichten wir, recht erleichtert das kleine bolivianische Dorf Rurrenabaque. \u201eLaundry Nr. One\u201c reinigte und trocknete unsere W\u00e4sche an nur einem Tag, das Hostel Santa Anna bot eine hei\u00dfe Dusche, in der Mosquito-Bar gab es ein leckeres Steak zu essen und so starteten wir regeneriert die dritte Phase unserer abenteuerlichen Exkursion ins Reich der Kaimane. (3)<br \/>\nRurrenabaque verlie\u00dfen wir wieder mit einem Boot, diesmal leisteten uns drei Bolivianer, ein tugendhaft, f\u00fcrsorglicher Vater sowie seine zwei S\u00f6hne, Gesellschaft. Die Gespr\u00e4che waren geistreich, gaben Aufschluss \u00fcber die bolivianische Mittelschicht und f\u00f6rderten meine Spanischkenntnisse. Alle Drei waren h\u00f6flich, herzlich und \u00e4u\u00dferst interessiert &#8211; mit Nicolas Worten: ein Jackpot der zufriedenstellenden Art.<br \/>\nNilo, unser neuer Guide brachte uns, drei Stunden den Yakuma River hinab, in eine \u00d6ko-Lodge ganz einfacher Bauweise. Lediglich Moskitonetze spannten diese Stelzenkonstruktion auf. Und direkt am Flussufer gelegen, konnten wir zwischen den Planken Kaimane watscheln sehen. Bereits auf der Fahrt durch die Pampas hatten wir dutzende von ihnen zu Gesicht bekommen. Hier waren wir endlich im Kaiman-Country angekommen. Und bereits in der ersten Nacht stand ein spektakul\u00e4rer Ausflug an. Kaimane sind nachtaktiv und so bot sich uns die M\u00f6glichkeit, die Biester jagen zu sehen. Ein schauriges Unterfangen, aber deshalb waren wir ja her gekommen. Auch die Bolivianer versuchten sich nichts anmerken zu lassen, aber mulmig war uns allen.<\/p>\n<p><a title=\"bol4 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4293293360\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2757\/4293293360_7d4748c679.jpg\" alt=\"bol4\" width=\"500\" height=\"276\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kaum hatten wir abgelegt, da blitzten auch schon im Schein unserer Taschenlampen \u00fcberall rote Augenpaare auf. Der Bootsrand hob sich nur knapp \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che und so begegneten wir den Reptilien fast auf Augenh\u00f6he. Nicola klapperte \u2013 ich behaupte mal aus Anspannung \u2013 mit den Z\u00e4hnen. Doch Nilo lenkte unser Boot ruhig und souver\u00e4n den Fluss hinab. Pl\u00f6tzlich raschelte es im Geb\u00fcsch am Ufer. Was war das? Nilo wollte es wissen, wir nicht unbedingt. Doch in der Hoffnung, uns etwas spektakul\u00e4res Zeigen zu k\u00f6nnen, steuerte er unser Boot direkt aufs Ufer zu. Und nicht nur das! Wir stachen sogar mit dem Bug mitten in das raschelnde Geb\u00fcsch hinein! Hatte ich schon erw\u00e4hnt, dass ich ganz vorne sa\u00df? Mir wurde Angst und Bange. Von meiner Indienreise her erinnerte ich mich an Hinweisschilder, auf denen springende Krokodile abgebildet waren. Was, wenn so ein Kaiman nun direkt in unser Boot h\u00fcpfte? H\u00f6flich und doch bestimmt bat ich Nilo zu wenden. Und in diesem Moment rumpelte es auch schon unter unserem Boot. Wir waren quer auf einen Kaiman aufgefahren und dieser versuchte nun aufzutauchen. Nun wurde auch Nicola Angst und Bange und er klammerte sich an meinen Campingstuhl, v\u00f6llig vergessend, dass dieser nicht am Boot befestigt war. Das Boot wackelte, mein Stuhl wackelte, nur beide nicht im selben Takt. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich bereits im Wasser kraulen, nach Luft schnappend und in der schwarzen Tiefe des Flusses verschwinden. Gott sei Dank kam es anders. Nilo gelang es das Boot in Richtung Flussmitte zu bewegen und dem Kaiman, sich aus der Klemme zwischen Boot und Ufer zu befreien. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck! Des Lebens froh kehrten wir in unsere Lodge zur\u00fcck.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen war \u201eFishing\u201c angesagt, genauer gesagt \u201ePiranha-Fishing\u201c. Nilo brachte uns in einen Flussarm von geringer Str\u00f6mung, wir spie\u00dften Fleischst\u00fcckchen auf Angelhaken, warfen die Leinen aus und los ging es! Der gro\u00dfartige Unterschied zwischen Piranha-Angeln und \u201enormalem\u201c Angeln besteht n\u00e4mlich darin, dass man f\u00fcrs Piranha-Angeln keine Geduld braucht! Kaum sinkt der K\u00f6der ins Wasser, beginnen die Fischchen auch schon zu bei\u00dfen. Allerdings sind sie dabei so raffiniert und schnell, dass sie in wenigen Sekunden ein daumengro\u00dfes St\u00fcck verspeisen k\u00f6nnen. Wenn man seine Zeit also nicht damit verbringen will, kontinuierlich den Haken mit Fleisch zu best\u00fccken, ihn auszuwerfen und wieder einzuholen \u2013 sondern auch einen Piranha fangen m\u00f6chte, so muss man die Leine eher genau zum richtigen Zeitpunkt wieder einholen. Piranha-Fishing ist also eher ein Geschicklichkeitsspiel&#8230; Nun bin ich mit Geschicklichkeit nicht gerade gesegnet, mache aber gerne Fotos. Und just als mir die Lust am Haken-Rein-Haken-Raus-Spiel verging &#8211; ich hatte die Leine nur noch ganz lapidar \u00fcber meinem linken Arm h\u00e4ngen und versuchte mit der Rechten ein Foto zu schie\u00dfen &#8211; da bi\u00df so ein kleiner Fleischfresser an.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0606-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280464021\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4003\/4280464021_eb831d17be.jpg\" alt=\"IMG_0606-1\" width=\"500\" height=\"271\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8230;ein unheimliches faszinierendes Tierchen. Wie wir sp\u00e4ter erfuhren hat so ein Exemplar einem der Australier in wenigen Sekunden einen halben Finger abgefressen, als dieser versuchte ihm einen Zahn auszubrechen. Wir entlie\u00dfen den Knirps, nach dem kurzen Knippsen eines Fotos, nat\u00fcrlich wieder in die fl\u00fcssige Freiheit.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0612-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280467231\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2749\/4280467231_2f01fe6fba.jpg\" alt=\"IMG_0612-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag stand Bird-Watching auf dem Programm, eine Sportart die mich bis dahin nicht so angezogen hatte. Doch in den Pampas des Madidi-Nationalparks wurde mir klar, wie eindrucksvoll auch diese Freizeitbesch\u00e4ftigung sein kann. Nilo lenkte unser Boot in verschiedene Flussarme, in welche schien ziemlich egal zu sein. B\u00e4ume und Str\u00e4ucher waren gepunktet mit gro\u00dfen und kleinen, bunten Federwesen.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0710-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280479917\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4019\/4280479917_d0ae6ab7ef.jpg\" alt=\"IMG_0710-1\" width=\"500\" height=\"259\" \/><\/a><\/p>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } --> <!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } -->Wir sahen Exemplare des White Nacked Theron, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwefeltyrann\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">Kiskadee Flycatcher<\/span><\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eisv%C3%B6gel\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">Kingfisher (Eisv\u00f6gel)<\/span><\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tukane\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">Greata Ani (Tukan)<\/span><\/a>, Arow, Rufecent Tiger Theron und viele viele <span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoatzin\" target=\"_blank\"><span style=\"font-size: x-small;\">Cerere<\/span><\/a><\/span><\/span>. Unser Boot wurde begleitet von einem Schwarm <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amazonasdelfin\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">pinkfarbener Delphine (Pink Dolphins)<\/span><\/a>, auf Baumwurzeln ruhten dutzende Schildkr\u00f6ten (Tortuga Swat) und in den B\u00fcschen am Flussufer tummelten sich gelbe Affen (Yellow Monkey\/ Screwer Monkey). Au\u00dferdem beobachteten wir <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Capybara\" target=\"_blank\"><span style=\"text-decoration: none;\">Kapibare<\/span><\/a>. Sie gelten als die gr\u00f6\u00dften lebenden Nagetiere der Erde.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0514-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280454227\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4028\/4280454227_d16afffb27.jpg\" alt=\"IMG_0514-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Abend waren wir ges\u00e4ttigt von den neuen Beobachtungen und Eindr\u00fccken. Leise lie\u00dfen wir den Tag in der Sunsetbar, einer weiteren Holzkonstruktion am Fluss, bei einem guten Wein ausklingen.<br \/>\nViele faszinierende Tiere hatten wir bereits zu Gesicht bekommen, ein besonderes fehlte uns aber noch. Ebenfalls beheimatet im Madidi-Nationalpark sind Anakondas. Anakonda-Watching lautete also der Marschbefehl am n\u00e4chsten Morgen. Und wenn ich auch wenig f\u00fcr Schlangen \u00fcbrig habe, noch weniger konnte ich mich diesem viel versprechenden  Ausflug entziehen. Anakondas werden bis zu 5 m lang und bilden damit die gr\u00f6\u00dfte Schlangenart, die der Madidi zu bieten hat. Um ein solches Tier zu sehen, muss man sich zu Fu\u00df durch die S\u00fcmpfe der Pampas begeben. Nilo stellte uns also Gummistiefel bereit, die wir dann auch versuchten anzuziehen. Nicola hatte dabei so gleich Erfolg, doch mein rechter Stiefel, obwohl er Gr\u00f6\u00dfe 42 auswies, schien mir nicht zu passen. F\u00fcr einen Moment versuchte ich meinen Fu\u00df hinein zu pressen, dann drehte ich den Stiefel um. Ich klopfte, doch nichts geschah. Dann sp\u00e4hte ich hinein und da entdeckte ich das \u201eProblem\u201c: ein riesiges Exemplar einer Tarantula, mindestens Faustgro\u00df, hatte es sich darin gem\u00fctlich gemacht. Der Schock sa\u00df tief. Und auf einen 5 m langen Abk\u00f6mmling einer Anakonda zu treffen, hatte ich pl\u00f6tzlich so gar keine Lust mehr.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_0964-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4280494869\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2759\/4280494869_a7f9e16c74.jpg\" alt=\"IMG_0964-1\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dennoch lie\u00df ich mich nicht Bitten und schlo\u00df mich dem Anakonda-Suchtrupp an. Allerdings blieb ich Nilo immer dicht auf den Fersen. Mehrere Stunden streiften wir sodann durch das Gel\u00e4nde, f\u00fcndig wurden wir nicht. Dennoch war der Spaziergang von Spannung gepr\u00e4gt, konnte man doch eine Anakonda hinter jedem Grasb\u00fcschel vermuten. Und so kehrten wir ohne Entt\u00e4uschung zu unserer Lodge zur\u00fcck. Am Abend brachte uns Nilo wieder nach Rurrenabaque, wir genossen die letzte entspannte Bootsfahrt und nahmen Abschied von Kaimanen, Schildkr\u00f6ten und Delphinen. Ein paar unglaublich Tage lagen hinter uns.<br \/>\nLaut Plan sollte uns am n\u00e4chsten Morgen ein Flugzeug zur\u00fcck nach La Paz bringen. Um unseren Flug zu best\u00e4tigen, fanden wir uns im B\u00fcro der zust\u00e4ndigen Fluggesellschaft ein. Leichtfertig wurden wir mit einem: \u201eFragen Sie um Elf nochmal nach.\u201c abgefertigt. Ok, es war Regenzeit und da die Landebahn Rurrenabaques nur aus einer Graswiese bestand, waren wir auf diese Antwort vorbereitet. Wir begaben uns also auf die Suche nach einem Jeep samt Fahrer, wurden auch bald durch eine Travel-Agency f\u00fcndig und kehrten um Punkt Elf zur\u00fcck. \u201eFragen sie um 14 Uhr nochmal nach.\u201c, lautete der gelangweilte Kommentar der Angestellten. Schnell waren vier weitere, verzweifelte Flugg\u00e4ste gefunden. Wir cancelten die Flugtickets. Die Miete des Jeeps + Fahrer durch 6 geteilt kamen wir auf den gleichen Preis, wie ein Flugticket. Lediglich der zeitliche Unterschied (Flug = 45 min \/ Fahrt = 12 h) tr\u00fcbte unsere Stimmung ein wenig. Dennoch sprangen wir froh gelaunt in das fesche 4-Rad-Mobil. Lautstark malten wir uns unsere Ankunft in La Paz aus, \u201ehei\u00df Duschen\u201c wurden mehrfach erw\u00e4hnt und es wurde wieder einmal deutlich, wie sehr wir doch an den zivilisatorischen Wundern unserer Zeit hingen. Doch was folgte, n\u00e4mlich eine wilde Reise durch die Nacht, hatte sich keiner ausgemalt. Bereits zwei Stunden nach Fahrtbeginn, mir war, als h\u00e4tten wir das D\u00f6rfchen gerade erst verlassen, murrte unser Fahrer, mit dem Auto sei etwas nicht in Ordnung. Er stieg aus, lief um das Gef\u00e4hrt herum, klopfte gegen die R\u00e4der und entschied, er k\u00f6nne uns nicht weiter bringen. Dann telefonierte er und kurze Zeit sp\u00e4ter hielt auch schon ein Taxi an. Gut, dachte ich, ein Taxi. Doch was war mit dem versprochenen 4-Rad-Antrieb? Schlie\u00dflich bewegten wir uns auf einer Schotterpiste und kurz vor La Paz hatten wir noch die Death Road zu meistern! Zum Murren blieb mir aber nicht viel Zeit und so fanden wir uns als bald in einem gew\u00f6hnlichen Personenkraftwagen wieder. Nun, wie sich heraus stellte, war der Fahrer eigentlich Stra\u00dfenarbeiter. Das Gef\u00e4hrt hatte er sich nur mal \u201egeborgt\u201c, um ein wenig Geld nebenbei zu verdienen. Auf meine Frage, wie weit es denn nach La Paz sei, wusste er nur zu antworten: \u201ePuh! Weit! Nach la Paz ist es weit!\u201c. Das er uns nicht bis zum bolivianischen Regierungssitz bringen w\u00fcrde, war ihm offensichtlich schon in diesem Moment klar. Nun, um es kurz zu machen: auf den folgenden 452 km wechselten wir unser Fahrzeug noch viele Male. Bei jedem Wechsel wurde das B\u00fcndel Geldscheine, das von Fahrer zu Fahrer gereicht wurde, kleiner, ebenso wie die Fahrzeuge mit denen wir uns fortbewegten.. In einem Dschungeldorf verbrachten wir fast eine Stunde auf der Suche nach Benzin. F\u00fcndig wurde unser Fahrer schlie\u00dflich, als er einen Unfallwagen etwa 2 km vor dem \u00d6rtchen im Stra\u00dfengraben entdeckte. Unser letzter Fahrer machte uns und sich besonderen Mut als er in Coroiko, dem Nestchen zu Beginn der \u201eDeath Road\u201c, noch zwei Dosen Cuba-Libre hinunter kippte. Als wir den Ortseingang von La Paz fr\u00fch morgens um f\u00fcnf endlich erreichten, hatte ihn dieser offensichtlich auch noch nicht verlassen. Frech bot er uns an, doch jetzt auszusteigen, der Deal w\u00e4re hiermit erf\u00fcllt. M\u00fcrrisch zahlten wir ihm weitere 20 Pesos, damit er uns noch ins Stadtzentrum brachte. F\u00fcr diese Nacht war ich bedient und unser erkorenes Hostel voll belegt. Weitere zwei Stunden irrte ich mit Nicola durch die dunklen Stra\u00dfen von La Paz, auf der Suche nach einem freien Bett. Als die Sonne aufging, hatten wir endlich Erfolg. Nun, auch das kann Reisen also sein: n\u00e4mlich furchtbar anstrengend!<\/p>\n<p>(1) Akira, unser japanischer Freund, hatte unser Trio aus Zeitgr\u00fcnden bereits am 3. Januar verlassen. Es war der schmerzvollste Abschied seit Beginn meiner Reise. In Gedanken begleitet er Nicola und mich noch bis heute.<br \/>\n(2) Auf englisch: \u201eI hate her\u201c.<br \/>\n(3) Lieber Uli! Hab vielen Dank f\u00fcr Deine Tips! Wie Du siehst, bin ich ihnen gefolgt&#8230;!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind die perfekten Killermaschinen. \u00c4lter, als alle anderen Lebewesen dieser Erde, hatten sie es nie n\u00f6tig, sich weiter zu entwickeln. An schattigen Flussufern harren sie geduldig stundenlang aus, verschwenden kein Kalorien, bis sie ein lohnenswertes, schmackhaftes Opfer ersp\u00e4hen. 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