{"id":410,"date":"2009-11-16T16:58:31","date_gmt":"2009-11-16T15:58:31","guid":{"rendered":"http:\/\/52191652.de.strato-hosting.eu\/?p=410"},"modified":"2009-11-23T19:11:05","modified_gmt":"2009-11-23T18:11:05","slug":"im-himmel-auf-erden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=410","title":{"rendered":"Die Antarktis &#8211; Ein Himmelreich auf Erden"},"content":{"rendered":"<p>\u201eHello everyone! Auf der rechten Seite des Schiffes begleiten uns zwei <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Schwertwal\">Orcas<\/a> (*)! Das Wetter ist exzellent, kommen sie doch auf die Br\u00fccke und genie\u00dfen sie die fantastische Aussicht!\u201c. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb uns nicht auf unserem Trip durchs ewige Eis, denn so und \u00e4hnlich t\u00f6nte\u00a0 Agustins Stimme immer aus den Lautsprechern der <a href=\"http:\/\/www.antarpply.com\/eng\/the-ushuaia.php\">Ushuaia<\/a>, sobald es an Deck etwas zu sehen gab, der Kapit\u00e4n ein interessantes Man\u00f6ver durchs Treibeis navigierte, ein Briefing an stand, der Barkeeper Snacks in der Lounge verteilte oder oder oder. Augustin, Leiter der Expeditionen, und seine Kollegen hatten ein 16 h Programm auf Lager, das sich gewaschen hatte. Den Rucksack voller B\u00fccher, hatte ich damit nicht gerechnet. Was sollte man schon anstellen, auf einem Archipel voller Eis?<\/p>\n<p>So einiges hatte ich ja bereits gelesen \u00fcber den siebten Kontinent. So soll es in der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Antarktis\">Antarktis<\/a> nicht nur sehr kalt, sondern merkw\u00fcrdigerweise auch besonders trocken sein. Bei Minusgraden von bis zu \u2013 88 \u00b0C ist s\u00e4mtliches Wasser gefroren. Durch den wei\u00dfen Schnees wird die Sonnenw\u00e4rme eher reflektiert als absorbiert. Das Wasser verdunstet nicht, so dass der Himmel \u00fcber dem S\u00fcdpol wolkenlos und strahlend blau ist. Der Wind, der Wolken bringen k\u00f6nnte, wird an der Poolkappe gebrochen, denn die Antarktis ist von einer bis zu 4,5 km dicken Eisschicht bedeckt. Unter der Eisdecke sind 75 % der weltweiten S\u00fc\u00dfwasser-Reserven eingeschlossen. Das h\u00f6chste Gebirge, das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vinson_Massiv\">Vinson-Massiv<\/a> wird mit einer H\u00f6he von bis zu 4.892  m angegeben. Der tiefste Punkt liegt im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bentleygraben\">Bentleygraben<\/a>, 2.555 m unter dem Meeresspiegel. Im Ostteil der Antarktis wird es wesentlich k\u00e4lter als im Westen. Und 25.000 Touristen geben j\u00e4hrlich pro Kopf mehr als 4000 US-Dollar f\u00fcr eine Reise aus, die in jedem Fall K\u00e4lte, Entbehrung und Seekrankheit verspricht. Ich war aufs \u00e4u\u00dferste gespannt, was es daf\u00fcr zu sehen gab.<\/p>\n<p><a title=\"imagen 184 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4122130782\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2743\/4122130782_e036967db7.jpg\" alt=\"imagen 184\" width=\"500\" height=\"375\" \/><\/a><\/p>\n<p>Doch zu n\u00e4chst galt es die \u201eDrake Passage\u201c zu \u00fcberqueren, was ich in meinem letzten Statement ja schon angek\u00fcndigt hatte. Und wie bef\u00fcrchtet, setzte sich Punkt 22 Uhr beim tiefen Tuten des Schiffshorns und dem Start der Schiffsschraube auch mein Magen in Bewegung. Das erste Briefing an Bord hatte ich zwar noch absolviert, die Lektionen \u201e\u00dcber das richtige Greifen nach einem Gel\u00e4nder\u201c, \u201eDas Vermeiden von Klammern an T\u00fcrrahmen\u201c sowie \u201eGewicht und Schlie\u00dfbarkeit von Schiffst\u00fcren\u201c aber als bald vergessen. Selbstverst\u00e4ndlich nicht f\u00fcr lange, denn schon am n\u00e4chsten Morgen trug ich einen Verband um die linke Hand. Eine solche Erfahrung macht man nur einmal.<br \/>\nMeine simpel ausgestattete Kabine, gelegen im Rumpf des Schiffes, direkt neben dem Maschinenraum, teilte ich mit Vincent, einem US-Amerikaner. In den ersten dunklen beiden Tagen lernten wir uns ganz gut kennen und m\u00f6gen. Vincent hatte seine Reise in Mexiko begonnen und somit bereits ein paar Geschichten auf Lager. Au\u00dferdem n\u00e4hrte unser Gl\u00fcck die Wetterlage. Erwartet wurden 10  m hohe Wellen. Doch fest geklammert an unsere Matratzen schwankten wir nur um einem Radius von 4 m. Um die gruselige Zeit m\u00f6glichst geistreich zu \u00fcberbr\u00fccken, boten Augustin &amp; Co interessante Vorlesungen an. Auf dem Programm standen Themen, wie \u201eDie Entdeckung der Antarktis\u201c, \u201eDie Entstehung unterschiedlicher Eisarten\u201c, sowie nat\u00fcrlich Stunden zur Flora und Tierwelt des k\u00fchlen Kontinents.<br \/>\nMeine ganze Aufmerksamkeit konzentrierte sich an diesen Tagen jedoch auf das K\u00fcchenpersonal, insbesondere auf Hector, welcher meinen Tisch bediente. W\u00e4hrend mein Leistungsverm\u00f6gen gerade dazu ausreichte, mich aus meinem Halbschlaf zu qu\u00e4len und mich mit erlerntem Angstgriff schwankend bis zur Kantine zu k\u00e4mpfen ohne mich dabei im Flur \u00fcbergeben zu m\u00fcssen, t\u00e4nzelte Hector durch den Speisesaal wie ein Ballettt\u00e4nzer bei seiner ganz pers\u00f6nlichen Lieblingsinszenierung. Die K\u00fcchendielen waren sein Parkett und die Passagiere nur gekommen um ihn zu sehen. Die Wellen schienen ihn zu heben und zu senken, als wogen sie sich zur gleichen unh\u00f6rbaren Musik, wie Hector selbst. W\u00e4hrend ich mich dabei gl\u00fccklich sch\u00e4tzte, meine Tasse Kaffee ohne zu kleckern bis zum Mund zu f\u00fchren, jonglierte er mit einem Tablett voller Gl\u00e4ser und dem Turm von Babel, in Form schmutziger, ineinander geschobener Teller &#8211; was mich letzten Endes noch mehr schwindeln lie\u00df. Erholung versprach der frische, wenn auch eisige Wind an Deck. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigsalbatros\">K\u00f6nigsalbatrosse<\/a> standen in der Luft. Und eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Scheidenschn%C3%A4bel\">Paloma Antarctica<\/a> auf dem Gel\u00e4nder versprach eine baldige Ankunft.<\/p>\n<p><a title=\"imagen 197 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4122131404\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2745\/4122131404_65a88f3913.jpg\" alt=\"imagen 197\" width=\"500\" height=\"436\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Meer beruhigte sich, ein letztes Briefing zum Verhalten an Land und dann war es soweit: Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlauchboot\">Zodiacs<\/a> wurden ins Wasser gelassen und wir setzten \u00fcber nach Aitcho, einer kleinen Insel vor den Shettland Islands. 3 bis 4-tausend <a href=\"http:\/\/es.wikipedia.org\/wiki\/Pygoscelis_antarctica\">Z\u00fcgelpinguine<\/a> erwarteten uns dort. Der Himmel war verhangen von grauen Wolken, doch die Fotoapparate liefen hei\u00df. So viele Pinguine hatte noch keiner der Touristen auf einem mal gesehen. Und wie drollig diese Kerlchen waren! Nerv\u00f6s blickten sie nach links und rechts, nie schienen sie zu wissen, was sie als n\u00e4chstes tun oder lassen, wohin sie gehen oder auf dem Bauch rutschen sollten. Ob es sich um M\u00e4nnlein oder Weiblein handelte war an ihrem \u00c4u\u00dferen nicht zu erkennen. Und wie uns Augustin verriet, ist dies auch aus ihrem Verhalten nicht zu schlie\u00dfen. Zwischen den Geschlechtern gibt es keine Arbeitsteilung, beide gehen fischen und betreuen abwechselnd die Jungen.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_4760 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4122153902\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2512\/4122153902_f85b29bcd1.jpg\" alt=\"IMG_4760\" width=\"500\" height=\"264\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen gingen wir vor Hydrurga Rocks vor Anker. \u201eGood morning, everyone!\u201c, ert\u00f6nte es fr\u00f6hlich aus den Lautsprechern und bei allen Passagieren war der Appetit sichtlich zur\u00fcckgekehrt. \u00dcber uns schien die Sonne vom hellblauen Himmel, in jungfr\u00e4ulichem Wei\u00df bedeckten Schnee und Eis kleine Inseln, dazwischen tiefblaues Meerwasser. Abermals erwarteten uns tausende Pinguine, diesmal <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adeliepinguin\">Adeliepinguine<\/a>.<strong> <\/strong>Das ganze ergab ein Panorama von unglaublicher Tiefe, wie man es sich sch\u00f6ner nicht ertr\u00e4umen kann. Alles war so wunderbar, so fantastisch und dabei so unwirklich, dass man Angst haben musste, gleich zu erwachen. Am Nachmittag gingen wir auf\u00a0 Cuverville Island an Land. Und auch hier konnten wir uns von der paradiesischen Sch\u00f6nheit dieser Welt aus Eiskristallen \u00fcberzeugen. In keiner Weise glich sie den Archivaufnahmen der ersten Entdecker, Amundsen &amp; Co, in meinem Kopf.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_5416 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4120080281\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2568\/4120080281_6f7caa6529.jpg\" alt=\"IMG_5416\" width=\"500\" height=\"350\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am kommenden Morgen betraten wir den antarktischen Kontinent auf Neko Harbour, 64\u00b0 50&#8242; S, 62\u00b0 31&#8242; W. Eine Kolonie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eselspinguin\">Eselspinguine<\/a> begr\u00fc\u00dfte uns fr\u00f6hlich. Drollig kamen sie, einer nach dem anderen, ans Ufer gehoppst. Ein ganz und gar niedliches Unterfangen, doch pl\u00f6tzlich zuckten alle zusammen. Ein lautes Knacken durchri\u00df die friedliche Stille der Bucht. Und als gerade der letzte Pinguin den schmalen Hang erklommen hatte, was gar nicht so einfach scheint, f\u00fcr diese tapsenden V\u00f6gel, klatschte direkt hinter ihnen mit lautem tosen eine Gletscherwand ins Meer. Was f\u00fcr ein bombastischer Augenblick! Die Flutwelle sp\u00fclte einen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seeleopard\">Seeleoparden<\/a> an Land. Zum Gl\u00fcck der Pinguine lie\u00df sich dieser aber gleich wieder ins Wasser gleiten.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_5477 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4120165625\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2662\/4120165625_5797545a74.jpg\" alt=\"IMG_5477\" width=\"500\" height=\"265\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gegen Mittag erreichten wir Paradise Bay. Die Wasseroberfl\u00e4che war so Spiegel glatt, dass man alle Berge doppelt sah. Einfach traumhaft! Wieder wurden die Zodiacs ins Wasser gelassen. Doch diesmal fuhren wir mit ihnen durch eine t\u00fcrkisblau-wei\u00dfe Landschaft aus Eisbergen. Zwischen den Felsw\u00e4nden beobachteten wir <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blauaugenscharbe\">Kormorane<\/a> beim f\u00fcttern ihrer Jungen. Danach betraten wir Skontorp Cove. Und abermals waren unsere Augen gefordert. So viel Sch\u00f6nheit konnte unm\u00f6glich der Zufall erschaffen haben! Als h\u00e4tte Gott sich mit zwei Air-brush-Pistolen ausgetobt, um die perfekte Kombination von Wei\u00df und Blau zu finden! Wenn es auf der Erde einen Himmel gibt, dann habe ich ihn an diesen Tagen betreten. In der Antarktis kann man wahrhaftig wieder gl\u00e4ubig werden.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_5129 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4120642862\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2610\/4120642862_c4dd8f836c.jpg\" alt=\"IMG_5129\" width=\"500\" height=\"302\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag besuchten wir die Base Brown, eine argentinische Rettungsstation. Urspr\u00fcnglich hatte sie einen milit\u00e4rischen Vornamen. Da Titel, wie \u201eAdmiral\u201c, \u201eCaptain\u201c oder auch \u201eCommander\u201c aber nicht der heutigen, friedlichen \u201eIdee\u201c vom Kontinent Antarktis entsprechen, wurde er entfernt. Abermals genossen wir eine umwerfende Aussicht und veranstalteten eine Schneeballschlacht. W\u00e4hrend der gesamten Reise war es sozio-psychologisch interessant zu beobachten, wie sich fremde und ganz und gar unterschiedliche Menschen nach ein paar gl\u00fcckselig geteilten Momenten doch in die Arme fallen k\u00f6nnen.<br \/>\nWieder an Bord der Ushuaia waren meine Augen bereits sehr sehr m\u00fcde. Doch ans Schlafen gehen war nicht zu denken. Ein \u201eHello, everyone!\u201c und alle versammelten sich auf der Br\u00fccke, um die Aussicht zu genie\u00dfen. Kapit\u00e4n Aldegheri steuerte die Ushuaia durch den Delmar-Kanal direkt auf die untergehende Sonne zu und bescherte uns damit allen einen unvergesslichen Abend. Das Meer leuchtete in saemtlichen Farben, die der g\u00f6ttliche Farbkasten zu bieten hatte. Sogar die Eisberge in der entgegengesetzten Richtung schimmerten in t\u00fcrkis-rosa-violetten T\u00f6nen. Dabei war es so hell, dass meine Kamera keinen Blitz ben\u00f6tigte, um scharfe Fotos zu schie\u00dfen. Aldegheri liebt klassische Musik und so lauschten wir besonnen Mozarts Zauberfl\u00f6te (und aehnliche Werken) w\u00e4hren Himmel und Ozean in einem unglaublichen Farbenmeer verschmolzen.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_6054 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4121187537\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2566\/4121187537_bdfa9eb32d.jpg\" alt=\"IMG_6054\" width=\"500\" height=\"256\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als ich in dieser Nacht in mein Bett sank, waren meine Synapsen von den visuellen Eindr\u00fccken des Tages v\u00f6llig \u00fcberreizt. Doch noch war unsere Reise nicht zu Ende! Die ber\u00fchmt, ber\u00fcchtigte Forschungsstation <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wernadski-Station\">\u201eWernadski\u201c<\/a> war unser n\u00e4chster Anlaufhafen. Von den Britten \u00fcbernommen, f\u00fchren die Ukrainer hier die in den 50ern begonnenen Forschungsarbeiten fort. In den einfachen Holzbaracken f\u00fchren die 13 Wissenschaftler (Biologen, Meteorologen, Physiker, Ozonforscher) ein sehr einfaches Leben. Dabei sind sie vollkommen auf sich selbst gestellt. Nur alle 8 Monate h\u00e4lt ein Versorgungsschiff an, weshalb sie zum Beispiel selbst Trink- aus dem salzigen Meerwasser herstellen m\u00fcssen. Ber\u00fchmt ist die Station, weil hier in den 80ern zum ersten mal Ver\u00e4nderungen der Ozonwerte festgestellt wurden \u2013 ber\u00fcchtigt, weil die Forscher die s\u00fcdlichste Bar der Welt betreiben. Frauen gibt es unter den Forschern keine, weshalb sie weiblichen Touristen im Tausch gegen einen benutzten BH ukrainischen Wodka anbieten. Ich erhielt einen Antarktis-Stempel in meinen Reisepass und meine Eltern k\u00f6nnen sich nun auf eine Antarktis-Postkarte freuen \u2013 die sie wahrscheinlich im Herbst 2010 erreichen wird.<\/p>\n<p><a title=\"IMG_6120 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4122114982\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2735\/4122114982_388434d991.jpg\" alt=\"IMG_6120\" width=\"500\" height=\"375\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was das Wetter anging, war unser Timing bis zu diesem Zeitpunkt perfekt. Aber wenn wir nur zwei Wochen eher bei den Wernadski-Forschern eingetroffen w\u00e4ren, h\u00e4tten wir eine Gruppe <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaiserpinguin\">Kaiserpinguine<\/a> (**) sehen k\u00f6nnen. Die Forscher selbst waren \u00fcber ihrer Beobachtung nicht ganz so erfreut. F\u00fcr sie war das auftauchen der Pinguine ein sicheres Zeichen f\u00fcr einen Klimawandel.<br \/>\nAn den folgenden Tagen besuchten wir weitere Inseln vor der antarktischen K\u00fcste. Besonders interessant und vor allem erfrischend war unser Aufenthalt auf Deception Island. Die Insel beherbergt einen zum Meer offenen Vulkan, den sich in den 30ern norwegische Walf\u00e4nger zu Nutze machten. Damals war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wal%C3%B6l\">Wal\u00f6l<\/a> so wertvoll, wie Erd\u00f6l es heute ist. Um ungest\u00f6rt und vor allem unbeobachtet ihre Beutetiere zerlegen zu k\u00f6nnen, verschanzten sich die Norweger im inneren des Vulkanes. Walfangpl\u00e4tze waren zu dieser Zeit ein schwer geh\u00fctetes Geheimnis. Im Gegensatz zu den Walf\u00e4ngern, machten wir uns die W\u00e4rme des Vulkans zu Nutzen und badeten im antarktischen Vulkansee.<br \/>\nAuf Petersman Island sahen wir Holzkreuze. Sie sollten an Ski-Fahrer erinnern, die von ihrem Ausflug nicht zur\u00fcckgekehrt waren. Klingt schr\u00e4g, aber bereits in den 60ern hat <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Lars-Eric_Lindblad\">Eric Lindblad<\/a> die ersten Touristen in die Antarktis gebracht. Seit dem verschl\u00e4gt es sogar Bergsteiger hierher. Sie befl\u00fcgelt wohl die Hoffnung, einen noch unbekannten Berg nach sich benennen zu d\u00fcrfen. Ein Besuch der Insel Half Moon Island sorgte f\u00fcr einen traumhaften Abschluss\u00a0 unserer Reise.<\/p>\n<p>Nun, leider habe ich auf der Ushuaia keine Million\u00e4rstochter kennengelernt, nicht mal eine Million\u00e4rswitwe. Dennoch hat sich der Ausflug zum s\u00fcdlichsten aller Kontinente mehr als gelohnt. Was ich gesehen habe, werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Und wenn ich auf der Stelle nach Deutschland zur\u00fcckkehren m\u00fcsste&#8230; w\u00fcrde ich mich nicht beschweren. Alle Anstrengungen, alle Entbehrungen, jeder Wochenenddienst, jede Fr\u00fchschicht, jede verpasste Party \u2013 selbst mein 3-j\u00e4hriges Single-Leben &#8211; haben sich in den Stunden in der Antarktis bezahlt gemacht. Alles hat sich nach diesen Tagen bereits gelohnt.<\/p>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"500\" height=\"375\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"flashvars\" value=\"intl_lang=de-de&amp;photo_secret=85c4da7a24&amp;photo_id=4108849533&amp;flickr_show_info_box=true\" \/><param name=\"bgcolor\" value=\"#000000\" \/><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.flickr.com\/apps\/video\/stewart.swf?v=71377\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"http:\/\/www.flickr.com\/apps\/video\/stewart.swf?v=71377\" allowfullscreen=\"true\" bgcolor=\"#000000\" flashvars=\"intl_lang=de-de&amp;photo_secret=85c4da7a24&amp;photo_id=4108849533&amp;flickr_show_info_box=true\"><\/embed><\/object><br \/>\n4 Pinguine im Himmel auf Erden<\/p>\n<p>(*) <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Schwertwal\">Orcas<\/a><\/strong>, auch bekannt unter Namen wie \u201eKiller-\u201c oder \u201eM\u00f6rderwale\u201c, geh\u00f6ren eigentlich zur <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Delfine\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Delfine\">Delfine<\/a>, da sie Z\u00e4hne haben. Am liebsten fressen sie die Zungen von Walen. Sie t\u00f6ten sie, in dem sie zum Beispiel \u00fcber sie schwimmen und die Beutewale nach unten druecken. Robben fangen sie, in dem sie aus dem Wasser luken und sie aussp\u00e4hen. Dann schwimmen sie unter die Eisscholle, auf der die Robbe liegt und dr\u00fccken sie nach oben, bis diese bricht &#8211; oder die Robbe von alleine ins Wasser fl\u00fcchtet. Da Orcas auch atmen m\u00fcssen und laengere Strecken nicht unter dem Eis zur\u00fccklegen k\u00f6nnen, brechen sie sich Kan\u00e4le ins Eis. Orcas jagen auch in Gruppen&#8230;<br \/>\n(**) <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaiserpinguin\">Kaiserpinguine<\/a><\/strong> werden bis zu 1,30 m gro\u00df und sind damit die gr\u00f6\u00dften Vertreter aus der Familie der Pinguine. Sie legen ihre Eier auf dem sicheren antarktischen Festland. Dort schmilzt das Eis im Sommer nicht und sie m\u00fcssen keine nat\u00fcrlichen Feinde f\u00fcrchten. Im April treffen sich alle Single-Kaiserpinguine, um gemeinschaftlich den Akt der Fortpflanzung zu vollziehen. Nachdem das Weibchen ihr Ei auf ihren Fuessen gelegt hat, \u00fcbergibt sie es ihrem M\u00e4nnchen. Dabei darf das Ei nicht das kalte Eis ber\u00fchren. Danach begibt sich das Weibchen auf eine lange Wanderung von bis zu 200 km zur antarktischen K\u00fcste, um dort zu fressen. W\u00e4hrenddessen beh\u00e4lt das M\u00e4nnchen das Ei auf seinen F\u00fc\u00dfen. Im Laufe der kommenden Wochen verliert es bis zu H\u00e4lfte seines Gewichtes. Die K\u00fcken schl\u00fcpfen nach etwa 64 Tagen. F\u00fcr den Fall, das das Weibchen bis dahin nicht zur\u00fcckgekehrt ist, hat das M\u00e4nnchen noch eine Futterreserve im Hals, welche das \u00dcberleben des K\u00fckens um 2 Tage verl\u00e4ngern kann. Trifft das Weibchen rechtzeitig ein, begibt sich das M\u00e4nnchen auf Wanderung. Da nun bereits der antarktische Sommer begonnen hat, muss das M\u00e4nnchen nicht ganz soweit wandern, um zu fressen. Das Weibchen verliert in dieser Zeit ein Drittel ihres Gewichts. Ist das M\u00e4nnchen zur\u00fcck, begibt sich wieder das Weibchen auf Wanderung &#8211; und so weiter&#8230; Unter diesen Bedingungen unglaublich aber wahr: Pinguine geh\u00f6ren zu den monogamsten Wesen dieser Welt.<br \/>\nZur Entsch\u00e4digung f\u00fcr die verpasste Beobachtung gab es am Abend den umstrittenen Film <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Reise_der_Pinguine\">&#8222;La marche de l&#8217;empereur&#8220;<\/a> zu sehen. F\u00fcr die atemberaubenden Aufnahmen der Kaiserpinguine haben zwei franz\u00f6sischen Filmemacher zwei Jahre in der Antarktis verbracht, bei Temperaturen von bis zu \u2013 60  \u00b0C! Umstritten ist der Film, weil die Dokumentaristen f\u00fcr ihre Aufnahmen Eier der Pinguine entwendet haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHello everyone! Auf der rechten Seite des Schiffes begleiten uns zwei Orcas (*)! Das Wetter ist exzellent, kommen sie doch auf die Br\u00fccke und genie\u00dfen sie die fantastische Aussicht!\u201c. 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