{"id":276,"date":"2009-10-18T08:32:08","date_gmt":"2009-10-18T06:32:08","guid":{"rendered":"http:\/\/dominiksadventures.com\/?p=276"},"modified":"2009-11-03T18:35:55","modified_gmt":"2009-11-03T17:35:55","slug":"die-wasserfalle-von-iguazu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=276","title":{"rendered":"Die Wasserf\u00e4lle von Iguaz\u00fa"},"content":{"rendered":"<p>Es donnerte und grollte und das Wasser rann in B\u00e4chen herab. Nur leider nicht von Steinen und Felsen, sondern von den Markisen \u00fcber dem Eingang unseres Hostels. Ein Slalom zwischen den Regentropfen war unm\u00f6glich und so versammelte sich die gesamte Belegschaft, mindestens 100 Rucksackreisende, im Aufenthaltsraum. Das Personal war um gute Unterhaltung bem\u00fcht und veranstaltete einen brasilianischen Abend. Es gab Essen nach Art des Nachbarlandes, Samba-T\u00e4nzerinnen traten auf und ein Spa\u00dfmacher animierte die Angereisten zum Chorgesang. Wie auch immer das klingen mag, die Stimmung war ausgelassen und gut. Gebracht hat der Regentanz allerdings nicht viel, h\u00f6chsten noch mehr Regen. Denn auch am n\u00e4chsten Morgen wollte sich die Sonne nicht zeigen. Egal, schlie\u00dflich waren wir ja alle gekommen, um viel Wasser zu sehen &#8211; wenn auch bevorzugt von unten, anstatt von oben. Auf meinem Programm stand an diesem Tag die Besichtigung der Wasserf\u00e4lle von der brasilianischen Seite aus. Von dort sollte man einen guten Panoramablick genie\u00dfen k\u00f6nnen. Und so verlie\u00dfen wir, d.h. meine Wenigkeit und 9 weitere Naturbegeisterte, mit einem Shuttle-Bus unser Quartier in Richtung Brasilien. Die  Grenzbeamtin in gr\u00fcn-gelb schien von unserer Gute-Laune-Mission geh\u00f6rt zu haben. Denn wie um uns unterst\u00fctzen zu wollen, wippte das h\u00fcbsche M\u00e4dchen in dem Glaskabuff mit ihrem ganzen K\u00f6rper nach links und rechts, nickte ihren Kopf vor und zur\u00fcck, ja spitzte die Lippen und Pfiff zu einer Melodie, die definitiv nur sie in ihrem Kopf h\u00f6ren konnte. <em>(Wenn das ein Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr die brasilianische Mentalit\u00e4t war, wie meine Mitstreitern mir versicherten, dann muss ich meine Reiseroute unbedingt nochmal \u00fcberdenken!)<\/em> Die Auswirkungen jedenfalls waren enorm. Nur die Laune der US-Amerikaner verschlechterte sich, zahlten sie doch 100 Dollar f\u00fcr ihr Visa und die Deutschen nichts. Manchmal kennt Gerechtigkeit eben doch Grenzen.<br \/>\nAufgrund der fast freundschaftlichen Atmosph\u00e4re war es schon im Hostel ein leichtes gewesen, andere Backpacker kennenzulernen. Und so wurde ich auch im Shuttle-Bus schnell mit Davide, einem Italiener, warm, mit dem ich dann auch den Rest des Tages verbrachte. Schnell stellte sich heraus, dass wir beide eine Leidenschaft f\u00fcrs Fotografieren teilten, welcher wir dann auch nach knapp einer Stunde gemeinsam fr\u00f6hnen konnten.<br \/>\nKaum auf der brasilianischen Seite des Parks angekommen, tat sich vor uns ein Spektakel auf, mit dem ich absolut nicht gerechnet hatte und dessen w\u00f6rtliche Beschreibung mehr als schwer f\u00e4llt. Deshalb sei an dieser Stelle auf die Diashow auf dieser Seite verwiesen, durch welche sich jeder am besten selbst ein Bild von der Monumentalit\u00e4t des Naturschauspiels verschaffen kann. Ich habe schon viele Wasserf\u00e4lle gesehen, selbst die Victoria-Wasserf\u00e4lle in Simbabwe. Aber soviel Wasser ist noch nie vor meinen Augen \u00fcber einen Felsvorsprung gescho\u00dfen. Selbst die Niagara-F\u00e4lle sollen in ihrem Ausma\u00df nicht heran reichen. Der Name Iguaz\u00fa hat seinen Ursprung aus den guaranischen W\u00f6rtern y f\u00fcr Wasser und guasu f\u00fcr gro\u00df. Kurz und knapp nur mal die Fakten: Die Iguaz\u00fa-Wasserf\u00e4lle bestehen aus 20 gr\u00f6\u00dferen sowie 255 kleineren Wasserf\u00e4llen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern. Einige sind bis zu 82 Meter, der Gro\u00dfteil ist 64 Meter hoch. Die Wassermenge an den F\u00e4llen schwankt von 1500 m\u00b3\/s bis \u00fcber 7000 m\u00b3\/s. Der eindrucksvollste Abschnitt ist eine u-f\u00f6rmige, 150 Meter breite und 700 Meter lange Schlucht. Sie wird umgangssprachlich &#8222;Garganta del Diablo&#8220; (span.) \/ \u201eTeufelsschlund\u201c genannt.<br \/>\nWasserf\u00e4lle sollen negative Ionen und damit Gl\u00fccksgef\u00fchle ausl\u00f6sen. Einen Beleg fand diese These auch am n\u00e4chsten Morgen, als ich mit drei sehr netten deutschen M\u00e4dels die F\u00e4lle von der argentinischen Seite aus besuchte. Wieder lie\u00df sich die Sonne nicht blicken, was unserer Laune aber keinen Abbruch tat. Diesmal fuhren wir sogar mit einem Schnellboot direkt unter die F\u00e4lle! Der Legende nach soll ein eifers\u00fcchtiger Waldgott einem Krieger gez\u00fcrnt haben, der mit einem M\u00e4dchen in einem Kanu flussabw\u00e4rts fl\u00fcchtete. Direkt vor dem Paar riss der Gott das Flu\u00dfbett auf und schuf so die Wasserf\u00e4lle. Das M\u00e4dchen st\u00fcrzte in die Tiefe und verwandelte sich in einen Stein. Der Krieger muss seit dem, in der Gestalt eines Baumes gefangen, von oben auf sie herabblicken. Wenn die F\u00e4lle auch geologisch anders entstanden sein m\u00f6gen, so kann die Geschichte dennoch als Gleichnis f\u00fcr die Romantik des Ortes angesehen werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4022297287\/\" title=\"IMG_2421 von dondominico bei Flickr\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2427\/4022297287_a9c4609eee.jpg\" width=\"500\" height=\"375\" alt=\"IMG_2421\" \/><\/a><br \/>\nDie Wasserf\u00e4lle von Iguaz\u00fa von der brasilianischen Seite aus gesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es donnerte und grollte und das Wasser rann in B\u00e4chen herab. Nur leider nicht von Steinen und Felsen, sondern von den Markisen \u00fcber dem Eingang unseres Hostels. Ein Slalom zwischen den Regentropfen war unm\u00f6glich und so versammelte sich die gesamte Belegschaft, mindestens 100 Rucksackreisende, im Aufenthaltsraum. 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