{"id":1548,"date":"2010-07-04T10:55:22","date_gmt":"2010-07-04T09:55:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=1548"},"modified":"2010-07-15T08:17:47","modified_gmt":"2010-07-15T07:17:47","slug":"trigana-out-in-paradise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=1548","title":{"rendered":"Trigana &#8211; Out in Paradise"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } --><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Nord- und S\u00fcdamerika sind durch eine schmale Landbr\u00fccke verbunden. Bekannt ist der Isthmus als ein beliebter Pfad von Drogenschmugglern. Dazu war er bis vor wenigen Jahren auch noch Kampfgebiet der FARC. Als Erbe der Auseinandersetzungen ist eine hohe Zahl an milit\u00e4rischen St\u00fctzpunkten verblieben. Sumpfig und von dichtem Regenwald \u00fcberzogen, war es bisher nicht m\u00f6glich eine Verbindungsstra\u00dfe zwischen Kolumbien und Panama zu bauen. Vielleicht hatte Panama, aus Angst vor einer Kokainwelle aus dem Nachbarland, daran bisher auch noch gar kein Interesse. Wie dem auch sei, was man am Isthmus von Panama nicht vermutet sind Naturschutzgebiete, Hostels, Bars und Restaurants. Dementsprechend \u00fcberrascht war ich, als ich eben genau solche in idyllischer Umgebung vor fand.<br \/>\nDas man Panama von Kolumbien aus per Boot erreichen kann, hatte mir ein Franzose erz\u00e4hlt. Auf seine Empfehlung hin, hatte ich mich in die K\u00fcstenstadt Turbo begeben. Als ich Morgens am Hafen eintraf, verlor Brasilien gerade gegen Holland. Eintr\u00e4chtig beteten kolumbianische Touristen, Hafenarbeiter und Snackverk\u00e4ufer gemeinsam vor einem Flachbildschirm. Ich zeigte Verst\u00e4ndnis, beobachtete die Menge aus der Ferne und sicherte mir als Ein-Mann-Schlange einen Platz im Boot. Wie schon so oft in diesem Land, schien mein Antlitz, als einsamer Reisender, bei den Kolumbianer blankes Unbehagen auszul\u00f6sen. Laut Spielstand waren gerade einmal f\u00fcnf Minuten vergangen als Mario mir bereits seine Familie vorgestellt hatte: Frau Imena, Tochter Sophia und Mutter Maria-Luise umringten mich neugierig. Bei Minute 15 hatten mich bereits alle 4 eingeladen, das Wochenende mit ihnen zu verbringen. Freudestrahlend nahm ich an. Die Familie hatte eine Finca unter Palmen gebucht. F\u00fcr mich war ein Dachboden in einem Stelzenhaus frei, nach zwei Seiten offen und im Osten mit Blick aufs Meer. <\/span><\/p>\n<p><a title=\"IMG_3090 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4789104361\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4097\/4789104361_980d664340.jpg\" alt=\"IMG_3090\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">An jedem Morgen wurde ich so Zeuge eines pinkfarbenes Spektakels, das Himmel und Ozean zu einer triefend romantischen Einheit verschmelzen lie\u00df. Die darauf folgenden Spazierg\u00e4nge am Strand sowie die Wanderungen durch den angrenzenden Wald lie\u00dfen die Tage verfliegen. Wir badeten in Wasserf\u00e4llen und Fl\u00fcssen, k\u00e4mpften uns durch dichtes Gr\u00fcn und erklommen Aussichtspunkte. Dabei entpuppte sich Mario als ein echter Naturfreak. Kaum ein Tier, Baum, Strauch oder Insekt war auszumachen, dessen Namen er nicht zu benennen wusste. Alles was der Wald an essbaren Fr\u00fcchten zu bieten hatte, musste ich probieren. Kein Ast war dem Kolumbianer zu hoch, kein Busch zu stachlig und kein Bach zu tief, um ein Exemplar einer jeder Frucht zu ergattern und vorf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Ich probierte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sternfrucht\" target=\"_blank\">Carambolo<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pflaume\" target=\"_blank\">Ciruela<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kakipflaume\" target=\"_blank\">Kaki<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breiapfel\" target=\"_blank\">Zapote<\/a>,<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Guave\" target=\"_blank\">Guayaba<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandel\" target=\"_blank\">Almendras<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.peruecologico.com.pe\/med_maranon.htm\" target=\"_blank\">Marg\u00f1on<\/a>, Guamas, Churimas und viele weitere seltsame, einheimische Leckerbissen, deren Wohlgenuss ich mir &#8211; mit Respektive auf Marios Aktionismus &#8211; nicht in Frage zu stellen traute. Meterlange, farbige <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%BCner_Leguan\" target=\"_blank\">Leguane<\/a> raschelten \u00fcber uns durch Baumkronen, Affen gr\u00fc\u00dften jauchzend durchs Blattwerk, Papageien kr\u00e4chzten und Heerscharen an <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schmetterlinge\" target=\"_blank\">Mariposas<\/a> flatterten vor uns auf und nieder. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4789062295\/\" title=\"IMG_2997 von dondominico bei Flickr\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4075\/4789062295_94543ce22b.jpg\" width=\"500\" height=\"282\" alt=\"IMG_2997\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ganz diesen Reizen unterlegen, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren Teil eines unber\u00fchrten Paradieses zu sein. Kontrastiert wurden unsere Naturerlebnisse nur durch einen alten Mann, der mit einem Transistorradio bewaffnet den Strand auf und ab marschierte und dem Weltgeschehen lauschte. Als das Eins zu Null gegen Argentinien fiel, kroch gerade ein megabunter Leguan an Land. An den Abenden huldigte das kleine Fischerdorf Trigana die Kraft des Feuers; es lud zur \u201eFiesta de fuego\u201c ein, einem Fest im Fackelschein. In Trachten geh\u00fcllte M\u00e4nner, Frauen und Kinder f\u00fchrten traditionelle T\u00e4nze vor, w\u00e4hrend Akrobaten als Fabelwesen verkleidet, sich kunstvoll durch die Luft schwangen. Den Gipfel erreichte die musikalische Farbschlacht als eine feuerhei\u00dfe Sch\u00f6ne in goldenem String tanzend einen muskelprotzenden Wassermann besiegte. Wie der betonten Stimme einer Ansagerin zu entnehmen war, stammten viele der Darsteller aus San Francisco. Wie ich sp\u00e4ter erfuhr, allerdings einem San Francisco ohne sieben H\u00fcgel, welches daf\u00fcr aber nur von 200 Seelen bewohnt wird und rund einen Kilometer s\u00fcdlich von Trigana liegt. Ganze Armeen von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gl%C3%BChw%C3%BCrmchen\" target=\"_blank\">Cocuyos<\/a> (auf Deutsch Gl\u00fchw\u00fcrmchen, aber ich mag den spanischen Namen so sehr) leuchteten uns t\u00e4glich den Weg zur\u00fcck ins Camp.<br \/>\nAm letzten Nachmittag fanden Mario und ich am Strand ein gro\u00dfes Surfbrett, auf dem wir beide bequem liegend Platz fanden. Wir legten uns r\u00fcckw\u00e4rts darauf und lie\u00dfen uns von den Wellen durch die Bucht treiben. \u00dcber uns kreisten Pelikane. Ab und zu fielen sie wie Steine neben uns ins Wasser, um nach Fischen zu schnappen. W\u00e4hrend sich die Sonne am wolkenlosen Himmel verbrannte, strahlte uns vom Ufer saftiges Dschungelgr\u00fcn entgegen. Am Strand trotteten zwei dickb\u00e4uchige Reiter in wei\u00dfen T-Shirts auf ihren <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pferde\" target=\"_blank\">Caballos<\/a> vor sich hin. Das sind \u201eNarco-Trafficker\u201c, Drogenschmuggler, raunte mir Mario leise zu. Was? Wieso? Wie kommst Du darauf?, wollte ich gleich wissen. \u201eDas sieht man,\u201c, antwortete er mir ganz ruhig, \u201ewenn man Kolumbianer ist, erkennt man das.\u201c. <\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4789161951\/\" title=\"IMG_3307 von dondominico bei Flickr\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4114\/4789161951_01abef9bfc.jpg\" width=\"500\" height=\"282\" alt=\"IMG_3307\" \/><\/a><br \/>\n\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Huevos de Rana\u201c, Froscheier auf einem Baumblatt.<\/span><br \/>\n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nord- und S\u00fcdamerika sind durch eine schmale Landbr\u00fccke verbunden. Bekannt ist der Isthmus als ein beliebter Pfad von Drogenschmugglern. Dazu war er bis vor wenigen Jahren auch noch Kampfgebiet der FARC. Als Erbe der Auseinandersetzungen ist eine hohe Zahl an milit\u00e4rischen St\u00fctzpunkten verblieben. 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