{"id":1476,"date":"2010-06-19T23:34:15","date_gmt":"2010-06-19T22:34:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=1476"},"modified":"2010-08-07T01:49:59","modified_gmt":"2010-08-07T00:49:59","slug":"nukak-%e2%80%93-die-einzig-%e2%80%9ewahren-menschen%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=1476","title":{"rendered":"Nukak Mak\u00fa \u2013 Die einzig \u201ewahren\u201c Menschen"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt sie noch, die \u201ewilden\u201c, indianischen St\u00e4mme. Im Lendenschurz und mit Blasrohren bewaffnet ziehen sie durch den dichten Regenwald am Amazonas. Und jagen Affen. Der \u201eWei\u00dfe Mann\u201c ist ihnen durchaus bekannt. Doch nehmen sie vor ihm rei\u00df aus, ziehen sich immer weiter zur\u00fcck, in noch unber\u00fchrte Regionen des Dschungels. Vor nicht allzu langer Zeit konnte sich einer dieser St\u00e4mme nicht weiter zur\u00fcck ziehen. 1988 wurden die Nukak-Mak\u00fa von modernen Conquistadoren entdeckt. Missionare eilten in das Gebiet. Und schleppten Krankheiten ein. Masern und Grippe dezimierten die Zahl der Nukak von 3000 auf 600, als w\u00e4re der historische Zusammenhang nicht bekannt. Und dem \u00dcbel nicht genug, r\u00fcckte auch noch die FARC an und vertrieb die Nukak aus ihrem Stammesgebiet. Die Regierung half aus und wies den Indianern einen Park zu.<\/p>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"480\" height=\"385\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/TNu1p_XCDMM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"480\" height=\"385\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/TNu1p_XCDMM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Dort sammeln die Nomaden heute ihre Nahrungsmittel. Auch bei wei\u00dfen Siedlern in der angrenzenden Umgebung. H\u00fchner, Reis, Yucca, und Kartoffeln. Doch als \u201eDiebstahl\u201c betrachten die Nukak das nicht. Denn von Eigentum und Besitz haben die Nomaden eine ganz eigene Auffassung. Wer zu viel hat, teilt. Und der Wei\u00dfe Mann hat ganz bestimmt \u201ezu viel\u201c. Jagt ein Nukak f\u00fcnf Affen \u00fcbergibt er einige automatisch der Gemeinschaft. Und das gleiche Verhalten mutet er auch Fremden zu. Denn in der Akkumulation von Dingen erkennen die Nukak keinen Sinn.<br \/>\nModerne Errungenschaften wie Handy, Fernseher und Flugzeug sind durchaus bekannt. Doch sorgen sie nicht f\u00fcr Verwunderung. Es sind keine Zeugnisse von \u00dcberlegenheit. Von Bedeutung f\u00fcr die Nukak sind lediglich die Natur, Gesundheit und der \u201eSpirit\u201c, der allem \u201eNat\u00fcrlichen\u201c inne wohnt. Um den \u201eSpirit\u201c zu treffen, ihn zu erleben, wird\u00a0<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ayahuasca\" target=\"_blank\"> Ayahuasca<\/a> getrunken. Und auf den Weg der Erkenntnis leitet ein Schamane.<br \/>\nAbgesehen vom Wei\u00dfen Mann kennen die Nukak Indigene, sprich Vertreter anderer St\u00e4mme. Doch beide \u201eArten\u201c von Fremden werden nicht sonderlich \u201erespektiert\u201c. Im Gegensatz zu jenen, halten die Nukak sich selbst f\u00fcr die einzig \u201ewahren Menschen\u201c,  \u201ethe real people\u201c. Denn nur sie selbst wurden vom \u201eSpirit\u201c, vom Geist des Waldes erschaffen. Und nur sie sind in der Lage diesen zu erkennen. Der Wei\u00dfe Mann hingegen f\u00e4llt B\u00e4ume. Er t\u00f6tet den Spirit. F\u00fcr die Nukak ist das ein Verbrechen.<\/p>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"480\" height=\"385\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Qs5hQKTlMUU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"480\" height=\"385\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Qs5hQKTlMUU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>So unglaublich wie sich diese Vorstellungswelt anh\u00f6ren mag, so unauff\u00e4llig sind die Nuka heute gekleidet. Sie m\u00f6gen Badelatschen, wei\u00dfe T-Shirts  und Sonnenbrillen. Und nat\u00fcrlich Geld! Denn daf\u00fcr kann man sich alles  kaufen. Auch das man es sich verdienen muss, ist bekannt. So  klopfen  sie durchaus an die T\u00fcren von Farmen und verdingen sich. Doch nach ein  paar Tagen ziehen sie wieder weiter. Denn, wie gesagt, der Anh\u00e4ufung  von materiellen Dingen, wie eben auch Geld, messen sie keine Bedeutung bei.<br \/>\nWas mir die Nukak besonders symphatisch macht, ist ihre Vorliebe f\u00fcr H\u00e4ngematten. Manche sind so gro\u00df, dass ganze Familie darin Platz finden. Sollte jemals jemand nach einer passenden Bezeichnung f\u00fcr ihre Kultur suchen, kann er getrost auf das treffende Wort &#8222;H\u00e4ngemattenkultur&#8220; zur\u00fcckgreiffen. Da die Suche nach Nahrung im reichen Regenwald nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, verbringe sie den gr\u00f6\u00dften Teil des Tages n\u00e4mlich in eben diesen.<br \/>\nBesonders irritierend in der Lebenswelt der Nukak ist ihre Methode soziale Probleme zu l\u00f6sen. Sind sie unzufrieden mit einer Situation und wissen sich nicht mehr anders zu helfen, nehmen sie ein Gift zu sich, mit dem sie normalerweise Fische jagen. Sie begehen sozusagen Selbstmord. Das Gift ist nicht zwangsweise t\u00f6dlich, versetzt die Familie jedoch in helle Aufregung. Das Problem wird diskutiert. Meist f\u00e4llt danach eine Entscheidung zugunsten des Attent\u00e4ters. Und wenn er Gl\u00fcck hat, erlebt er auch noch seinen Vorzug.<br \/>\n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt sie noch, die \u201ewilden\u201c, indianischen St\u00e4mme. Im Lendenschurz und mit Blasrohren bewaffnet ziehen sie durch den dichten Regenwald am Amazonas. Und jagen Affen. Der \u201eWei\u00dfe Mann\u201c ist ihnen durchaus bekannt. Doch nehmen sie vor ihm rei\u00df aus, ziehen sich immer weiter zur\u00fcck, in noch unber\u00fchrte Regionen des Dschungels. 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