{"id":1297,"date":"2010-05-10T05:03:11","date_gmt":"2010-05-10T04:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=1297"},"modified":"2010-05-11T05:35:45","modified_gmt":"2010-05-11T04:35:45","slug":"cuenca-%e2%80%93-die-heimat-des-panama-hutes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dominiksadventures.com\/?p=1297","title":{"rendered":"Cuenca \u2013 Die Heimat des Panama-Hutes"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } --><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Noch bevor ich das Eingangsschild meines Hostels entziffern konnte, sah ich schon Charlie auf der T\u00fcrschwelle sitzen. Den Franzosen hatte ich bereits in Monta\u00f1ita kennengelernt und irgendwie scheint es, dass ich egal wo ich auch hinkomme, dort bereits schon jemanden kenne. In Ba\u00f1os lief ich in meinem Hostel direkt in die Arme von Dan, einem Australier. Als ich \u00fcber den dortigen Markt ging, stie\u00df ich mit der Italienerin Irene zusammen, wenig sp\u00e4ter stand der Inder Haniya vor mir. Mit allen dreien hatte ich zuvor  in Quito Bekanntschaft gemacht. Und w\u00e4hrend ich mit Charlie heute eine Fabrik f\u00fcr <\/span><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panama-Hut\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Panama-H\u00fcte<\/span><\/a><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> besichtigte, trafen wir auf dort Dony und Johne. Mit dem reizenden Rentnerp\u00e4rchen aus Hawaii hatte ich mich erst zwei Tage zuvor in Ba\u00f1os gut unterhalten. Die Welt scheint hier sehr sehr klein zu sein.<br \/>\nLeider sind nicht alle Begegnungen mit Backpackern erfreulicher Natur. Nicht alle haben wirklich etwas zu erz\u00e4hlen und es mehrt sich die Zahl derer, die sich durchschlauchen. Abends geht ihnen das Geld f\u00fcrs Bier aus, man leiht ihnen 10 Dollar und am n\u00e4chsten Morgen sind sie spurlos verschwunden &#8211; obwohl sie noch beteuert hatten f\u00fcr ein paar Tage bleiben zu wollen. In den letzten 4 Wochen haben mir schon drei mal 50 Dollar im Portemonnaie gefehlt, obwohl ich es immer direkt am K\u00f6rper trage. Backpacker sind eben doch nicht von Grund auf gute Menschen. Mir kommt es so vor, als ob ich schon mehr Dinge in Hostels \u201everloren\u201c habe, als auf der Stra\u00dfe oder im Bus. F\u00fcr mich hei\u00dft das mehr als je zuvor: Aufpassen!<br \/>\nAuch merkt man vielen ihre Einsamkeit an. Oft sind sie nicht in der Lage, sich mit sich selbst zu besch\u00e4ftigen. Ich k\u00f6nnte wochenlang ohne Begleitung auskommen, ohne meiner selbst \u00fcberdr\u00fcssig zu werden. F\u00fcr mich gibt es immer etwas zu lesen, zu schreiben oder zu fotografieren. Auch kommt man alleine viel leichter ins Gespr\u00e4ch mit Einheimischen. Leute wie Charlie hingegen, scheinen alleine \u00fcberhaupt nicht klar zu kommen. Gestern Abend setzte er sich an meinen Tisch, in der Hoffnung unterhalten zu werden. Ich hatte aber keine Lust und z\u00e4hlte innerlich immer bis 10 in der Hoffnung er w\u00fcrde weiterhin schweigen. Dann h\u00e4tte ich einfach mein Buch aufgeschlagen und angefangen zu lesen. Doch leider fing er immer wieder an Fragen zu stellen, die ich ihm kurz zuvor schon beantwortet hatte. Heute Morgen lief er mir dann die ganze Zeit durch Cuenca hinterher, ohne dabei selber irgendein Interesse an etwas zu haben. Es interessierte ihn weder eine Kirche, noch ein Museum noch sonst etwas. Er wollte einfach nur Gesellschaft haben. Nun, ich h\u00e4tte f\u00fcr 2 Dollar in ein Museum gehen k\u00f6nnen. Aber dann h\u00e4tte er sicher wie ein braver Hund drau\u00dfen gewartet. Das Spiel ging mir nach einer Weile so auf die Nerven, dass ich die Flucht ergriff und nicht in ein Museum ging \u2013 was mir einen weiteren Abend mit ihm beschert h\u00e4tte \u2013 sondern einen Bus nahm. Hinzu kommt der Umstand, dass ich jede Nacht in Gemeinschaftsschlafs\u00e4len verbringe, welche einem keine Privatsph\u00e4re lassen. So ist es im Moment schwieriger alleine zu sein, als Gesellschaft zu haben. <\/span><\/p>\n<p><a title=\"IMG_0381-1 von dondominico bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dominiksadventure\/4597641720\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3352\/4597641720_7bc1e2d0eb.jpg\" alt=\"IMG_0381-1\" width=\"500\" height=\"296\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Na, wie steht er mir, der Panama-Hut? Ja, richtig gelesen, das ist einer der ber\u00fchmten  \u201ePanama-H\u00fcte\u201c, auch wenn er in Ecuador hergestellt wurde. Im 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert verlie\u00dfen s\u00fcdamerikanische Waren den Kontinent \u00fcber Handelsniederlassungen am Isthmus von Panama. Und die H\u00fcte erhielten ihren Namen von Goldsuchern und anderen Arbeitsmigranten, die ihre H\u00fcte eben dort erstanden.<br \/>\nHeutiger Heimatort der Exporteure ist die Andenstadt <\/span><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cuenca_%28Ecuador%29\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Cuenca<\/span><\/a><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">. Hier werden die <\/span><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panama-Hut\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Panama-H\u00fcte<\/span><\/a><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> endgefertigt. F\u00fcr wenige Cents werden die Hut-Rohlinge von Flechterfamilien aufgekauft, um dann in Fabriken gereinigt, gef\u00e4rbt und an den R\u00e4ndern umgen\u00e4ht zu werden. Bekannterweise ist diese simple Verwandlung vom Toquilla-Strohhut zum eleganten Modeaccessoire US-Amerikanern, Mexikanern, Brasilianern und Europ\u00e4ern viele viele Dollar wert.<br \/>\n.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch bevor ich das Eingangsschild meines Hostels entziffern konnte, sah ich schon Charlie auf der T\u00fcrschwelle sitzen. Den Franzosen hatte ich bereits in Monta\u00f1ita kennengelernt und irgendwie scheint es, dass ich egal wo ich auch hinkomme, dort bereits schon jemanden kenne. 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